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6.2011




Winterthur : Fausto Melotti


von: Lucia Angela Cavegn

  
Fausto Melotti · Giugno, 1974, Messing, bemalter Stoff und Glas


Er war ein künstlerischer Seiltänzer, ein Meister der Balance. Von verschiedenen Musen geküsst, bewegte sich der in Rovereto geborene Fausto Melotti (1901-1986) schwebend zwischen den Gattungen: Er promovierte als Elektroingenieur, wurde Künstler, schrieb Gedichte und interessierte sich für Musik und Theater. Er war ein homo universalis, der auch als Bildhauer, Maler, Keramiker und Zeichner tätig war. Ein Künstler, der Tradition und Moderne in sich vereinte, sowohl abstrakte wie auch figürliche Werke schuf und eine hochgradige Sensibilität für die Ausdrucksqualität von Materialien besass. Auf die rational-positivistischen Metallplastiken der Dreissigerjahre folgten - nach einer kriegsbedingten Zäsur - Gipsreliefs und Terrakottafiguren, aus denen die ‹Teatrini› hervorgingen. Diese Reliefs zeigen Beziehungen zwischen Figur, Ding und Raum. La ‹casa dell'orologiaio› steht am Anfang einer umfangreichen Werkgruppe filigraner Arbeiten in Messing, die sich als dreidimensionale Zeichnung und Klang in den Raum einschreiben. Der Kontrapunkt und die Synthese sind zwei Grundkonstanten in Melottis Werk. Die Werke vermitteln oft den Eindruck des Prekären und Ephemeren. Aus der Erfahrung des Krieges (sein Atelier wurde zerstört) entwickelte Melotti eine poetische Kunst, deren Schönheit im Rudimentären liegt.

Bis: 17.07.2011



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Ausgabe 6  2011
Ausstellungen Fausto Melotti [09.04.11-17.07.11]
Video Video
Institutionen Kunst Museum Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Fausto Melotti
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