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7/8.2011




München : Street Life and Home Stories


von: Roberta, De Righi

  
links: Stan Douglas · Michigan Theatre, 1997/98‚ C-Print, 46 x 56 cm. Courtesy Slg. Goetz
rechts: August Sander · Witwer, 1914 (aus: Menschen des 20. Jh.), Silbergelatineabzug 1990, 27 x 20 cm. Courtesy Slg. Goetz © ProLitteris


In Detroit herrscht sogar auf dem Friedhof Leere, als hätten selbst die Toten die Stadt verlassen. Stan Douglas hielt den Niedergang der einstigen Motor-Metropole in zahlreichen Fotografien fest. Seine Aufnahmen haben die Sammlerin Ingvild Goetz beeindruckt, weil die Architektur darin Geschichte erzählt. Und so bildet das Werk des Künstlers aus Vancouver einen wichtigen Komplex in der berückend-bedrückenden Ausstellung ‹Street Life and Home Stories› in der Villa Stuck, die nun Fotografien aus der Münchner Sammlung in einer klug und sensibel getroffenen Auswahl von 25 Künstlern präsentiert.
Öffentliche Orte und privater Raum sind die konträren Schauplätze; Intimität, (De-)Maskierung und Zurschaustellung die Extreme, zwischen denen die etwas anderen Veduten, Interieurs und Porträts dieser Schau oszillieren. Nicht immer sind sie als direkte Sozialkritik, jedoch stets als reflektierende Dokumentation zu begreifen.
Neben Francis Alÿs, Wolfgang Tillmans, Thomas Struth und Jeff Wall findet man kaum bekannte, aber ebenso bemerkenswerte Fotografen wie den jungen Deutschen Sven Johne oder die Mexikanerin Daniela Rossell. Man begegnet Hans-Peter Feldmanns unaufgeregtem Voyeurismus, ‹11 Betten›, und Candida Höfers Frühwerk, als ihre Räume noch von Menschen bevölkert waren, ‹Türken in Deutschland›.
Darüber hinaus sind Kamera-Heroen wie Diane Arbus, Walker Evans, William Eggleston und Evelyn Hofer als Referenzgrössen versammelt. «Man muss sehr stark sein, um solche Bilder auszuhalten. Diane Arbus ist daran zerbrochen», beschreibt Goetz die emotionale Nähe manches Fotografen zu seinem Sujet, etwa auch bei Nan Goldin, ‹Cookie›, und Nobuyoshi Araki, ‹Winter Journey›.
Distanzierter blickt Tobias Zielony auf die Bewohner der kalifornischen Kleinstadt Trona, 2008, die als Crystal-Meth-Drogenhölle traurig berühmt wurde. Seine trostlosen Ansichten des ‹Armpit of America› stehen in Evans' Tradition.Dagegen bieten Cindy Shermans Selbstinszenierungen beinahe eine Erholung: Ihre Foto-Karikaturen von ‹kunst-affinen Damen›, 2008, machen in Franz von Stucks Atelier, in Sichtweite der ‹Sünde› eine beklemmend gute Figur.

Bis: 11.09.2011



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Ausgabe 7/8  2011
Ausstellungen Street Life and Home Stories [01.06.11-11.09.11]
Institutionen Villa Stuck [München/Deutschland]
Autor/in Roberta, De Righi
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