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9.2011




Baden-Baden : Neo Rauch


von: Yvonne Ziegler

  
Neo Rauch · Ausschüttung, 2009, Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm © ProLitteris, Zürich


Eine Bronzeplastik, halb Mann, halb Löwe, zwei Benzinkanister in den Händen, bildet die «Nachhut» zu Neo Rauchs (*1960) im Museum Frieder Burda ausgestellter Malerei der letzten zwanzig Jahre. Die formale Geschlossenheit der überlebensgrossen Figur und ihre Funktion als nährende Versorgungseinheit kontrastieren zu Rauchs Gemälden, die sich durch starke inhaltliche und formale Zersplitterung, Widersprüchlichkeit und Verrätselung auszeichnen. Die Quellen seiner melancholischen Bilderwelt sind leichter zu entschlüsseln als in einer konkreten Bildaussage zu fassen, denn seine Werke fungieren wie die Tafeln des Rorschachtests als Projektionsflächen. Sie knüpfen an kollektive Traumbilder, an die deutsche Romantik, den Surrealismus und die jüngste Kunstgeschichte an. Die Zeit vor der Wende ist bildlich ausgelöscht; eine informelle farbreduzierte Malerei, aus der sich um 1992 Figuren und Schrift herausschälen, gilt als Werkbeginn. Figuren aus Sagen- und Comicwelten stehen in Architektur- und Landschaftskulissen, in denen die Grenzen zwischen innen und aussen durchlässig sind. Und immer wieder thematisieren die Neo-Beckmann'schen Weltbühnen Technik (Flugzeuge, Raketen), Kunst (Staffelei, Farbtöpfe, Maler) und Natur (Berge, Wesen).

Bis: 18.09.2011



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Ausgabe 9  2011
Ausstellungen Neo Rauch [28.05.11-18.09.11]
Institutionen Museum Frieder Burda [Baden-Baden/Deutschland]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Neo Rauch
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