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9.2011




Hamburg : Dieter Meier


von: Pablo Müller

  
Dieter Meier · 5 Tage, 1969, Aktion Heimplatz Zürich


«Ich will auftreten», schrieb Dieter Meier in den 1972 im Tagesanzeiger erschienenen ‹Zwei Seiten in einer Zeitung›. Und Meier tritt auf, in den Sechzigern mit langen Haaren, Schnurrbart und Mantel, in den Achtzigern mit Anzug, adrettem Halstuch und glatt frisierten Haaren. Das Rollenspiel liegt dem Zürcher und ist sein wiederkehrendes Merkmal. Bereits in den Fotodokumentationen seiner frühen Aktionen zeigt sich diese Gabe zum Auftritt: In ‹5 Tage›, 1969, zählte er vor dem Kunsthaus Zürich sitzend an fünf Tagen während je acht Stunden aus einem Haufen Restmetall 1'000 Stücke ab und füllte sie in Plastiktüten. In einer anderen Aktion markierte der Künstler mit Bändern einen Laufsteg für Passanten, die für ihren Auftritt eine zertifizierte Bestätigung erhielten. Das im Pressetext als humoristisch bezeichnete Moment kippt stellenweise ins Clowneske, bei ‹Akrobatik›, oder ins Komödiantische, in ‹As time goes by›, 1974/2005, wenn Meier in aufgesetzter Pose den Würstchenverkäufer Küde (Kurt) Spähni oder den polnischen Immigranten Ken J. Lamare mimt, der seine Karriere als Versicherungskaufmann nach einem Autounfall aufgibt, um Romane zu schreiben. Unbestritten stark sind die Musikvideos, die Meier zusammen mit Boris Blank in der Elektro-Pop-Formation YELLO produzierte. Allein diese grosszügigen Projektionen zu sehen, ist lohnend.

Bis: 11.09.2011



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Ausgabe 9  2011
Ausstellungen Dieter Meier [25.06.11-11.09.11]
Institutionen Sammlung Falckenberg [Hamburg/Deutschland]
Autor/in Pablo Müller
Künstler/in Dieter Meier
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