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Hinweis
9.2011




Münster : Angus Fairhurst


von: Sabine Elsa Müller

  
Angus Fairhurst · A Couple of Differences Between Thinking and Feeling II, 2003, Bronze, 165 x 140 x 105 cm, Courtesy Sadie Coles HQ


Die latente Aggressivität der Arbeiten des jung verstorbenen Angus Fairhurst (1966-2008) wirkt in den Räumen des vom Westfälischen Kunstverein bespielten Landesmuseums besonders bedrohlich. Ein lebensgrosser Gorilla aus schwarzbemalter Bronze starrt nachdenklich auf seinen linken Arm, der abgetrennt vor ihm auf dem Boden liegt. ‹Einige Unterschiede zwischen Denken und Fühlen› lautet der programmatische Titel dieser absurden Metapher inneren Gespaltenseins. Das tragikomische Tier mit den menschlichen Zügen führt durch die Schau wie ein Alter Ego des Künstlers. Fairhurst, einer der wichtigsten Vertreter der ‹Young British Artists›, hinterfragt die Mechnismen der zivilisatorischen Entfremdung. Die Widerständigkeit seiner Ästhetik speist sich aus Dada und Konzeptkunst. Dekonstruktion spielt eine tragende Rolle, auch bei den aus Werbematerial entwickelten Collagen und den Postkarten, die in Münster erstmals gezeigt werden. Fairhurst hat sämtliche Personen und Texte durch Cut-outs oder Übermalungen entfernt. So bleibt der Mensch als Leerstelle zwar anwesend, aber ohne wirkliche Verbindung zum eigenen Körper und zur Natur. Die hat sich in den klischierten Bildern bereits bis zur Nicht-Erkennbarkeit abgenutzt.

Bis: 04.09.2011



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Ausgabe 9  2011
Ausstellungen Angus Fairhurst [11.06.11-04.09.11]
Institutionen Westfälischer Kunstverein [Münster/Deutschland]
Autor/in Sabine Elsa Müller
Künstler/in Angus Fairhurst
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