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9.2011




Zürich : WWF. Eine Biografie


von: Claudia Jolles

  
Lancierung des WWF, 28.9.1961, mit Peter Scott, Lord Hurcomb, John Huxley und Jean Baer


Fünfmal ist auf der Titelseite des Daily Mirror in Grossbuchstaben zu lesen: «SHOCK ISSUE...» Die erste Medienkampagne des WWF am 9.10.1961 wollte schockieren. Die Autoren warnten, dass zahlreiche Tierarten «dazu verdammt seien, durch Torheit, Gier und Versäumnisse des Menschen vom Angesicht der Erde zu verschwinden». Der Artikel brachte 20'000 Zuschriften und zahlreiche Spenden für die neue Stiftung ein. Gründungsarchitekt war der Schweizer Rechtsanwalt und Kunstsammler Hans Hüssy, der die Stiftungsurkunde einen Monat zuvor in Zürich formuliert und unterschrieben hatte. Als Initianten werden der Ornithologe und Roche-Erbe Luc Hoffmann sowie vier Engländer genannt, die jedoch wegen der kolonialen britischen Vergangenheit ein Stiftungsdomizil in der Schweiz vorzogen. Welche Ziele die Naturschützer umsetzen konnten (die Rettung bedrohter Tierarten wie das afrikanische Breitmaulnashorn, der südamerikanische Brillenbär oder der Biber im Kanton Aargau), welche hingegen ins Leere stiessen (Hüssys Verzichtsappell zur Atomkraft 1981), führt uns die lebendig gestaltete Ausstellung mit Fotos, Dokumenten und ausgestopften Wildtieren vor Augen. Eindrücklichen Schlusspunkt bildet das Video ‹Doomed›, 2007, von Tracey Moffatt, das mit einem Sog von Katastrophenbildern zeigt, wie schnell der Beschützerinstinkt in einen blinden Tötungstrieb umschlagen kann.

Bis: 18.09.2011



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Ausgabe 9  2011
Ausstellungen WWF. Eine Biografie [20.04.11-23.10.11]
Institutionen Schweizerisches Landesmuseum [Zürich/Schweiz]
Autor/in Claudia Jolles
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