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Hinweis
10.2011




Bern : Béatrice Gysin


von: Alice Henkes

  
Béatrice Gysin · Gefährdete Gebiete, 2011, Teilansicht der Installation © ProLitteris


Makro- und Mikrokosmos fliessen in Béatrice Gysins Arbeiten wie selbstverständlich ineinander. Ihre Zeichnungen mit millimeterfeinen Linien erinnern an topografische Karten ebenso wie an die Papillarlinien auf menschlichen Fingerkuppen. Béatrice Gysin (*1947) zeigt sich in ihrem Werk als stille, präzise Analytikerin des menschlichen Zugriffs auf die Natur. Dabei denkt sie den Menschen nicht als jenen intelligenten Solitär, den Religion und Wissenschaften aus ihm gemacht haben, sondern als Teil der Natur. In ihrer Ausstellung ‹Gefährdete Gebiete› in der Galerie Béatrice Brunner zeigt die in Biel lebende Künstlerin neben den für sie typischen Zeichnungen imaginärer Topografien auch Objekte, etwa sorgsam bearbeitete Alabasterscheiben, die wie abgeschmolzene Eisplatten wirken. Die Fragilität des Lebens und die Bedrohtheit der Natur spiegeln sich auch in den Objekten ‹In der Warteschlaufe›. Unter Glasglocken sieht man duftige Pflanzensamen oder eine Landschaft aus Alabaster, die zu zerrinnen scheint. Die Präsentation erinnert an alte naturwissenschaftliche Museen und ihre Vorläufer, die Wunderkammern, in denen Kunst- und Naturgeschichte noch selbstverständlich als Teile einer Einheit gedacht wurden. Wie sehr der Mensch Teil des Kosmos ist, zeigt augenzwinkernd eine Serie Fine Art Prints dunkler Nachthimmel, deren Sterne aus Haaren bestehen.

Bis: 08.10.2011



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Ausgabe 10  2011
Institutionen Bob Gysin [Zürich/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
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