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10.2011




Bregenz : Ai Weiwei


von: Yvonne Ziegler

  
Ai Weiwei · Ordos 100, 2011, Ausstellungsansicht, Kunsthaus Bregenz. Foto: Markus Tretter


Die Bregenzer Ausstellung ‹Art / Architecture› ist vor allem für Architekten ein Muss. Denn der chinesische Künstler Ai Weiwei (*1957) präsentiert nicht nur Modelle, Filme und Fotografien eigener Bauprojekte, sondern visualisiert auch ein aussergewöhnliches Kooperationsprojekt. In der mongolischen Steppenlandschaft soll nahe der wirtschaftlich boomenden Stadt Ordos ein neues Stadtgebiet entstehen, für das Ai 2008 einen Masterplan erstellen sollte. Er beauftragte daraufhin die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, 100 internationale Architekturbüros auszuwählen, die je ein Einfamilienhaus für das von ihm in 100 Parzellen eingeteilte Gebiet entwerfen sollten. In Bregenz werden die Entwürfe auf grossen Wandtafeln präsentiert; während die Mitte des Saales ein 500 Quadratmeter grosses Holzmodell Ais bestimmt, auf dem die teils futuristisch anmutenden Villen in vereinfachter Form wiedergegeben sind. Die Realisierung der Bauten steht noch aus. Doch aus Ais Sicht kann bereits die einmalige Zusammenarbeit, Vernetzung und Präsentation als Werk gesehen werden, denn es geht ihm nicht nur ums Bauen, sondern auch um Kommunikation, Austausch und gesellschaftliche Veränderung. Angesichts dessen nimmt sich seine stille Installation von acht überlebensgrossen Holzquadern im oberen Geschoss geradezu unpassend sakral aus.

Bis: 16.10.2011



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Ausgabe 10  2011
Autor/in Yvonne Ziegler
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