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Hinweis
10.2011




St. Gallen : Spitzen-Kunst


von: Thomas Schlup

  
Original Spitzensujets, Hochadel Renaissance, Slg. Textilmuseum St. Gallen


Suppe essen war im 16. Jahrhundert mit gewissen Hindernissen verbunden: Durch die ausladenden «Mühlsteinkragen» aus Spitze mussten die Löffelstiele um 30 cm verlängert werden. Und eine Schlacht stand Pate für eine Mode: 1692 hatten die Franzosen bei Steenkerk keine Zeit mehr, ihre Spitzenkrawatten zu binden, und zogen sie in der Eile durchs Knopfloch - et voilà! «À la Steenkerk» war fortan en vogue. Dieses sind nur zwei der Details aus der Geschichte der Spitze, «der Königin unter den Textilien». Von alten Klöppelplänen mit ihrer digital anmutenden strengen Rasterung über das farbige «Hippie Buch» aus der Sammlung von Musterbüchern bis zu aktuellen Kreationen aus lokalen Modeateliers zeichnet die durch ihre teilweise filigranen Exponate kuratorisch herausfordernde Ausstellung einen kulturellen, technischen und historischen Abriss über fünf Jahrhunderte. Das Textilmuseum - die ehemalige Kunstschule, in der unter anderem Emil Nolde unterrichtet und Sophie Taeuber-Arp studiert haben - bietet dazu einen stimmigen Rahmen. In der Lounge mit Bar lädt ein luftig-leichter Schmetterlingsschwarm zum Verweilen auf den zur Leitfarbe Mauve kontrastierenden, leuchtfarbenen Hockern ein. Die kleine Boutique bietet ein themenspezifisches Sortiment.

Bis: 31.12.2011



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Ausgabe 10  2011
Ausstellungen Spitzengeschichte [26.03.11-30.12.11]
Institutionen Textilmuseum [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Thomas Schlup
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