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Hinweis
10.2011




Zürich : Christoph Hänsli


von: Susann Wintsch

  
Christoph Hänsli · Im Keller, 2011, Video still. © ProLitteris


Es beschäftigt Christoph Hänsli seit Jahren, wie sich das menschliche Denken bereits auf der Oberfläche der Dinge niederschlägt. Zwar ist auf den Arbeiten des Künstlers kaum je ein Mensch zu sehen. Die Objekte aber, die er malt und fotografiert, sprechen stets vom Verhältnis des Menschen zu anderen lebendigen Wesen. Meist sind sie unscheinbar oder zufällig gefunden. Ihr Design, ihre Funktion oder Sprache aber lassen sich zeitlich genau datieren. In der Installation werden sie durch ihre unerwarteten Kombinationen zu einer Archäologie der Gegenwart, und diese schillert unablässig zwischen Brutalität und absurder Komik. Eine Fotoarbeit etwa zeigt die Spraydose ‹Pilgamin›, die auf der Vorderseite ein lustiges Schweinegesicht trägt. Auf der Rückseite aber lesen wir, dass der Gebrauch des Sprays «Beissereien auf Transporten vermeidet». In der Nähe hängt ein mit Schreibmaschine getipptes und sehr ausführliches Rezept des Filets Wellington, weiter die Fotografie einer Enzyklopädie aus dem Jahr 1926 mit dem Titel ‹Der Berufsverbrecher› sowie eine Postkarte aus den Sechzigerjahren, die das Schwesternhaus Windisch, das eher einem Gefängnis gleicht, abbildet. ‹Hauptschalter›, ein Gemälde, das der Ausstellung den Titel gibt, zeigt diesen isoliert und verweist ganz schlicht auf die Entscheidungsmöglichkeiten: on oder off.

Bis: 19.11.2011



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Ausgabe 10  2011
Ausstellungen Christoph Hänsli [30.09.11-19.11.11]
Institutionen Bob Gysin [Zürich/Schweiz]
Autor/in Susann Wintsch
Künstler/in Christoph Hänsli
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