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10.2011




Luzern : Der Moderne Bund


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Walter Helbig · 1913, Holzschnitt, 16 x 17,5 cm
rechts: Wilhelm Gimmi · Bürgenstock, 1913, Öl auf Leinwand


Vor 100 Jahren gründeten Hans Arp, Walter Helbig und Oscar Lüthy in Weggis den ‹Modernen Bund›. Die erste avantgardistische Künstlervereinigung der Schweiz war international vernetzt und stiess die Tür zur Moderne weit auf, wie die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Luzern beweist. Erklärtes Ziel der drei jungen Künstler war es, mit gemeinsamen Ausstellungen auf ihr Schaffen aufmerksam zu machen. Wenige Monate nach der Gründung fand die erste Gruppenausstellung im Grand Hotel du Lac in Luzern statt. Neben den Neumitgliedern Wilhelm Gimmi und Hermann Huber beteiligten sich Gastkünstler mit Rang und Namen wie Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Die Ausstellung verfehlte ihre Wirkung nicht. Die teils kubistische, teils expressionistische Formensprache der Exponate wurde in der Presse intensiv diskutiert. 1912 hielt der ‹Moderne Bund› Einzug in das Kunsthaus Zürich. Inzwischen war Paul Klee der Gruppe beigetreten. Obschon in Zürich verschiedene Galerien und Sammler wie Richard Kisling der modernen Kunst gegenüber aufgeschlossen waren, blieben auch hier heftige Reaktionen nicht aus.
Der ‹Moderne Bund› war zwar eine Schweizer Künstlervereinigung mit internationalem Netzwerk. Dank guten Kontakten zum ‹Blauen Reiter› kam 1913 in der Galerie Hans Goltz in München die dritte und anschliessend in der Galerie Sturm in Berlin die vierte Gruppenausstellung zustande. Gimmis Gemälde ‹Musikanten› hing sogar in der legendären Armory Show in New York. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs löste sich die Vereinigung still auf.
Die von Christoph Lichtin kuratierte Jubiläumsschau vereint, wo immer möglich, Gemälde, Zeichnungen und Grafiken, die an einer der Ausstellungen des ‹Modernen Bundes› gezeigt oder in einer der beiden Mappenwerke abgedruckt wurden. In Ergänzung sind zahlreiche historische Publikationen, die im Zusammenhang mit der Propagierung des ‹Modernen Bundes› stehen, ausgestellt. Die Künstler Wilhelm Gimmi, Walter Helbig, Hermann Huber und Oscar Lüthy gilt es neu zu entdecken, und von Hans Arp sind rare vordadaistische Werke zu sehen. Zur Geschichte des ‹Modernen Bundes› und seiner kunstgeschichtlichen Bedeutung erscheint demnächst eine vom Diopter Verlag herausgegebene Publikation.

Bis: 13.11.2011



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Ausgabe 10  2011
Ausstellungen Der Moderne Bund [13.08.11-13.11.11]
Institutionen Kunstmuseum Luzern [Luzern/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
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