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Hinweis
11.2011




Baden-Baden : Kopf oder Zahl


  
Rotkäppchen: spielerisch Zahlen lernen. Das lustige 1x1, Brettspiel, 19. Jh.


Obwohl im frühen 19. Jahrhundert erstmals Geldscheine dauerhaft eingeführt und Börsen gegründet wurden, obwohl damalige Romane sich intensiv mit Geld auseinandersetzen, tauchen Zahlen und Geld in der Kunst des 19. Jahrhunderts kaum auf. Vielleicht - so Matthias Winzen (zusammen mit Barbara Wagner Kurator der Ausstellung) in der zugehörigen Publikation -, weil der sukzessive Vorgang des Zählens nicht zum simultanen Gesamtblick eines Bildes passt, die Zahl somit nicht wirklich als bildtauglich für den naturalistisch-realistischen Malerblick des 19. Jahrhunderts galt. Die Ausstellung, die sich mit der ‹Quantifizierung von allem im 19. Jahrhundert› befasst, ist aber keineswegs nur mit der bildenden Kunst beschäftigt. Die mit Beginn der allgemeinen Schulpflicht eingeführten Fingerrechenmaschinen für Kinder veranschaulichen den Siegeszug der Zahlen ebenso wie ein Rotkäppchenspiel zum Rechnen lernen. Die allgemeine Quantifizierung ging mit der Vereinheitlichung des praktischen Lebens einher: vom Einzelgegenstand zum Massenprodukt, vom gemalten Unikat zur fotografischen Vervielfältigung, von aristokratischer Einzelherrschaft zu bürgerlicher Macht. Die Publikation enthält wissenschaftliche Untersuchungen aus verschiedenen Disziplinen.


Bis: 26.02.2011



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Ausgabe 11  2011
Ausstellungen Kopf oder Zahl [10.09.11-26.02.12]
Institutionen Museum für Kunst und Technik [Baden-Baden/Deutschland]
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