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11.2011




Paris : Cyprien Gaillard


von: J. Emil Sennewald

  
Cyprien Gaillard · UR, Underground Resistance and Urban Renewal, 2011, Sérigrafie auf Glas und Marmor, je 241 x 246,5 cm. Courtesy Galerie Bugada & Cargnel, Paris


Der in Berlin lebende Franzose Cyprien Gaillard serviert anlässlich seiner Prix-Duchamp-Ausstellung im Centre Pompidou einen Wiederaufguss von ‹Geographical Analogies›. Die Schau wanderte seit 2009 von Kassel über Reims und Basel bis nach Frankfurt/M. Sie zeigt, was der 31-Jährige weltweit an Ruinen aufgenommen hat. Nun sind die formal abgestimmten Rhomben aus je neun Polaroids in 94 etwa hüfthohen Vitrinen ausgelegt. Parkhäuser und Paläste, Burgen und Bunker, immer wieder Referenzen zu Daniel Buren. Das Assoziationsspiel funktioniert, aber werden die Reste nicht erst im Bild zum Denkmal nivelliert? Wir defilieren andächtig, in der Mitte monumental die ‹structures péruviennes›, aus Peru entnommene Display-Gerüste für Autofelgen. Postromantisch greift Gaillard zur Polaroidkamera, ein versinkendes Medium, fotografiert auch Arm- oder Handfragmente. Beim Verlassen schauen wir, gesenkten Kopfes an der vergessenen Erinnerung vorbei, noch einmal auf: Am Ausgang hängt ein Relief von 710 v. Chr., vom Louvre entliehen. Der Kopf eines Meders, 1843 aus dem Iran nach Frankreich verbracht. Die medische Kultur gilt als Ursprung unserer Kultur und Schrift; Meder fielen in Mesopotamien ein und wurden dann von den Persern verdrängt. Schon im 19. Jahrhundert starben, in Sammlungen ausgesondert, der Wirklichkeit ihre Reste ab.

Bis: 09.01.2011



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Ausgabe 11  2011
Ausstellungen Cyprien Gaillard, Edvard Munch [21.09.11-09.01.12]
Institutionen Centre Pompidou [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Cyprien Gaillard
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