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11.2011




Zürich : Klaus Born


von: Guido Magnaguagno

  
links: Klaus Born · o. T., 2011, Öl auf Baumwolle, 150 x 116 cm
rechts: Klaus Born · o. T., 2011, Öl auf Baumwolle, 230 x 190 cm


Die letzte grössere Ausstellung mit Bildern von Klaus Born (*1945) fand 2009 in seiner damaligen Galerie Bob Gysin statt. Aufgetaucht ist unterdessen der Zeichner und Radierer Klaus Born, als der er in den Siebzigerjahren bekannt wurde.
Wiewohl auch das gegenwärtige Schaffen des Künstlers vor allem der Malerei huldigt, haben sich zeichnerische Netze und Gitter als oftmals dunkle Strukturen in oder über die bekannten, meist lichten Farbfelder gelegt. So zeichnet sich die neueste Werkschau geradezu durch eine Vermählung von Linie und Farbraum aus.
Born holt seine Inspirationen vielerorts. In seiner piemontesischen Umgebung, in den Strukturen der Mauern, die er selber baut, in den Girlanden der Reben, die er pflegt, von den sanften Hügeln und dem Zug der Wolken, dem Wetter und der Witterung, bei Licht und Schatten. Er holt sie aus seiner intensiven Lektüre und selbst aus den eigenen Mal-Unterlagen. Selten erzählt er von anderen Malern, nie von Pontormo oder Tiepolo, wiewohl sein hellstes Hellblau diese auch evoziert. Diese Malerei kreist eben vor allem um sich selbst.
Schon immer schienen sich indessen hinter den subtilen und fragilen Malschichten auch Horizonte zu verbergen. Neuerdings meint man, in den Liniengeflechten selbst Behausungen zu entdecken, ja Illuminationen von Palästen, Kuppeln oder geheimnisvollen Städten. Angesteckt vom Wissen, dass der Künstler an einem Radierwerk zu den Metamorphosen des Ovid arbeitet, verführt dies den Betrachter und Interpreten seiner Kunst zum Schluss, diese in Malerei überführte Existenz sei ohnehin von Poesie durchtränkt.
Wir wandern mit ihm, mit Peter Handke und Paul Cézanne auf die Montagne Saint-Victoire, wir rasten mit Petrarca auf dem Weg zum Mont Ventoux und kehren heim zu Cesare Pavese und seinem magischen Geburtsort San Stefano am Flüsschen Belbo, der durch alle seine Schriften geistert: «Es standen Pflanzen neben dir, warme, sie wissen noch heute von dir. Agave und Oleander. Alles verschliesst du im Auge.» (Cesare Pavese aus ‹Vom Salze und von der Erde›)

Bis: 26.11.2011



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Ausgabe 11  2011
Ausstellungen Klaus Born [29.10.11-26.11.11]
Institutionen Sylva Denzler [Zürich/Schweiz]
Autor/in Guido Magnaguagno
Künstler/in Klaus Born
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