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Hinweis
1/2.2012




Krefeld : Franz Erhard Walther


von: Sabine Elsa Müller

  
Franz Erhard Walther · Sternenstaub, 2007/09, Zeichnungszyklus von 524 Blättern, Bleistift auf Papier, je 29,7 x 21 cm. Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris © ProLitteris


Die beiden Etagen der Mies-van-der-Rohe-Villa ‹Haus Lange› sind bis in den letzten Winkel gefüllt: 524 Blätter im DIN-A4-Format bedecken die Wände in Zweier- und Dreierreihen und verkörpern schon durch ihre schiere Menge einen überwältigenden Eindruck von Fülle und gestalteter Lebenszeit. Franz Erhard Walther (*1939, Fulda) hat von 2007-2009 daran gearbeitet, vermutlich täglich. Er setzt mit den frühesten Erinnerungen 1942 ein, mitten im Weltkrieg, und schliesst 1973 auf dem Gipfel seines Erfolgs. Walther hat mit dem «gezeichneten Roman» eine eigene Kunstform geschaffen. Er orientiert sich mit der strengen Standardisierung, der Beschränkung auf ein bis zwei Illustrationen und dem formatfüllenden, handschriftlichen Text dabei an künstlerischen Konzepten, wie sie von Hanne Darboven oder On Kawara bekannt sind, und verbindet diese mit kunstphilosophischen Reflektionen. In der unhierarchischen Notation mit dem Bleistift wird die Erinnerungsleistung zur Formübung, die den Text mit abgezeichneten Buchtiteln, Fotografien oder Zeitungsausschnitten in eine Ebene bringt. Walther, dessen Werk derzeit eine geradezu spektakuläre Wiederentdeckung erlebt, meldet sich mit diesem epochalen Zyklus ungemein vital zurück. Chapeau!

Bis: 05.02.2012



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Ausgabe 1/2  2012
Ausstellungen Karin Mamma Anderson, Franz Erhard Walther [23.10.11-05.02.12]
Institutionen Museum Haus Esters/Lange [Krefeld/Deutschland]
Autor/in Sabine Elsa Müller
Künstler/in Franz Erhard Walther
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