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Editorial
3.2012





  
TITELBILD · Tobias Madison · Fatuma Osman, 2012, 5-Kanal-Digital-Video-Projektion, Ton, Courtesy Karma International, Zürich


Tobias Madison legt die Spur von unserer Titelseite zu einem neuen Künstlerkino in Zürich Wipkingen. Wer noch nie da war, kann sich die Lokalität auf der Website von ‹APNews› ansehen. Das mit wackliger Hand gedrehte Filmchen begleitet uns durch ein Shoppingcenter dicht an der stark befahrenen Hardbrücke: «...Here are our lovely hairdressing neighbours... here is our even more lovely kebap neighbour, who actually never is here ... », kommentiert eine Stimme in holprigem Englisch aus dem Off. Weiter geht's zum eigentlichen Kino - mit Hängeleuchten aus Papier für die Party, Neon für den Alltag -, dann durch ein Kaffee zu einer beinahe leeren Terrasse.
Wipkingen ist keine angesagte Kunstmeile. Es braucht schon einiges, um sich für ein Filmscreening auf den Weg dorthin zu machen. Doch Madison ist geübt. Zusammen mit dem Kurator Daniel Baumann sowie mit Mathis Altmann, Emanuel Rossetti und Dan Solbach betreibt er seit Jahren das ‹New Jerseyy› in Basel, ein alerter Projektraum für zeitgenössische Kunst, Film und Musik. Der Ort war Teil der Initiative ‹Nordtangente-Kunsttangente›. «Was kann die Kunst in Anbetracht eines Milliardenbaus wie der Nordtangente leisten? Was können Künstler in Anbetracht von Quartieren machen, die starken Veränderungen unterworfen sind und in denen Menschen von verschiedenster Herkunft leben?» Diese Fragen wurden gemeinsam vom Baudepartement und dem Erziehungsdepartement Basel-Stadt sowie (bis 2003) vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) angegangen. Ein Sammelkredit ermöglichte zahlreiche Kunstprojekte, die in städtebaulich schwierigen Situationen neue Akzente setzten und atmosphärische Brennpunkte schufen. Und nun in Zürich? Noch sieht die Terrasse in Wipkingen etwas trist aus, doch man glaubt der Stimme im Film aufs Wort: «...it looks a bit sad, but it is not that sad actually...». Claudia Jolles



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Ausgabe 3  2012
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