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4.2012




Basel/Riehen : Bonnard


von: Yvonne Ziegler

  
Pierre Bonnard · Das Badezimmer, 1932, Öl auf Leinwand, 121 x 118,2 cm © Pro Litteris


Pierre Bonnard (1867-1947) malte aus der Erinnerung, immer an mehreren Gemälden gleichzeitig, die zusammengerollt aufs Autodach gepackt wurden, um auch auf Reisen weiterentwickelt zu werden. Motivisch kreisen sie um den Maler und seine Welt: seine Frau Marthe, seine Häuser und die umgebende Natur. Nur anfangs gab es noch das moderne Leben in Paris. Erinnerungsbilder sind unscharf, zuweilen falsch. Bei Bonnard tritt hinzu, dass er seine Gemälde stark verkomplizierte: Spiegelungen, Verschachtelungen, Blicke durch Fenster und Räume, perspektivische Verzerrungen, ornamentale Flächen und Dekompositionen ins Abstrakte. Figur und Grund vermischen sich, ungewöhnliche, mitunter kitschige Farbklänge verbinden sich zu einem von Licht und Farbe bestimmten Bildteppich, in dem es Protagonisten und Einzelheiten zu entdecken gilt. Bisweilen scheint, er wollte zu viel umsetzen oder spiele mit «Missratenem»: Figuren sind zu dunkel oder plump, Farben zu knallig, Räume unlogisch. Mit seinen Raum- und Farbexperimenten reflektiert er die Idee des Bildes als Fenster und verarbeitet im Rückzug ins Private radikale künstlerische Neuerungen - die Abstraktion oder die Überwindung der Zentralperspektive - und historische Umbrüche seiner Zeit auf «manieristische» Weise.

Bis: 13.05.2012



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Ausgabe 4  2012
Autor/in Yvonne Ziegler
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