Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
4.2012




Karlsruhe : Medienpioniere ZKM


von: Yvonne Ziegler

  
Zbigniew Rybczyn´ski · Mein Fenster, 1979, Videostill


Zugegeben, Cineasten, insbesondere Visual-Effect-Kenner, haben es leichter, die Pionierleistungen der beiden derzeit in Karlsruhe gezeigten osteuropäischen Künstler und Filmemacher Zbigniew Rybczyn´ski (* 1949, Polen) und Gábor Bódy (1946-1985, Ungarn) zu erkennen. Andere haben aber durchaus ihr Vergnügen beim Betrachten von Zelluloid-, Animations-, HDTV- und Videofilmmaterial, bei dem sich Bild-im-Bild-Ebenen öffnen, Papier­spiralen vor Walzertänzern winden, Sprechende fliessend von einer Umgebung in die andere hinübergleiten oder sich die Inhalte von Vogelkäfig, Fernseher und Weinflasche auf den Kopf drehen, während die Gegenstände selbst und die Kamera stillstehen. Die konstruktiven, die Zentralperspektive aushebelnden Raumwelten von Rybczyn´ski Filmen werden durch aufschlussreiche Zeichnungen, Grafiken und Skripts ergänzt. Eindrücklich ist sein filmischer Eingriff in die Treppenszene aus Sergei Eisensteins ‹Panzerkreuzer Potemkin›, amüsant seine Musikvideoclips, etwa für die Pet Shop Boys. Bódys Filme sind poetischer, spielen mit Sprache, Zeichen und Körperbewegung, führen selbstreflexiv technische Mechanismen wie Zeitlupe, Spiegelung, Fadenkreuze vor. Er galt als begabter Netzwerker, so lancierte er etwa 1982 den internetlosen Vorläufer von YouTube: das Videomagazin ‹infermental›.

Bis: 06.05.2012



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 4  2012
Autor/in Yvonne Ziegler
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=1203281035391FD-25
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.