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4.2012




Luzern : Hans-Peter von Ah


von: Niklaus Oberholzer

  
links: Hans-Peter von Ah · Grosser Torso II, 1968, Epoxyd-Holz, Höhe 80 cm
rechts: Hans-Peter von Ah · Figürliche Landschaft, 1972/73, Relief, Epoxyd-Harz, 120x120 cm


Der im vergangenen Oktober im Alter von 70 Jahren verstorbene Plastiker Hans-Peter von Ah - seit 1966 engagierter Lehrer an der Kunstgewerbeschule und von 1984-1996
Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission - schuf zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum und realisierte viele Chorraumgestaltungen in katholischen Kirchen. Er beteiligte sich nicht nur selber an zahlreichen Skulpturenausstellungen, sondern engagierte sich auch immer wieder als Initiator solcher Unternehmungen. Als Dozent suchte er mit seinen Studierenden - lange bevor ‹Art in public spheres› zum Studienbereich wurde - Aufträge und Auftrittsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Zudem setzte er sich, als Präsident der Kunstgesellschaft Luzern, immer wieder helfend für Künstlerkollegen und ehemalige Schüler ein.
Schön ist, dass die von Henri Spaeti betreute Ausstellung in der Galerie Tuttiart auch das frühe Schaffen von Ahs dokumentiert, das aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit weitgehend verschwunden ist. Diese Anfänge sind geprägt von der Akademiezeit des Künstlers in Wien und den Begegnungen mit Joannis Avramidis und Fritz Wotruba, aber auch vom Zeitgeist der Sechzigerjahre und der Suche nach organischen plastischen Ausdrucksmöglichkeiten.
Die Ausstellung belegt auch von Ahs Erforschen räumlicher Organisationen und des Zusammenspiels von Innen und Aussen wie von Positiv- und Negativformen. Sie ermöglicht damit, und das ist ihr Verdienst, Einblicke in jene Prozesse, die schliesslich zu von Ahs grossen architekturbezogenen Aussen- und Innenraumgestaltungen führten. Deren Kennzeichen
ist ein sensibles Einfühlungsvermögen in
räumliche Situationen, das - auch in Kirchenräumen - häufig Bodenzeichnungen oder -intarsien einbezieht und damit einen umfassenden Gestaltungsanspruch signalisiert.
Auf einem Tisch sind zahlreiche Modelle von Altären und liturgischen Möblierungen
versammelt. Sie machen deutlich, dass Hans-Peter von Ah trotz des Dienstes an der Funktion dieser Objekte skulpturalem Denken verpflichtet war. Manche Modelle erscheinen so als eigenständige Konzepte im Umfeld der grossen Skulpturen und Raumgestaltungen des Künstlers.

Bis: 20.04.2012



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Ausgabe 4  2012
Autor/in Niklaus Oberholzer
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