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Editorial
5.2012





  
TITELBILD · Aleksandra Domanović · Turbo Sculpture, 2012, HD Video. Courtesy Tanya Leighton Gallery


Die Hälfte aller Museen und Theater sollten geschlossen werden. Diese These vertritt Pius Knüsel, Direktor der grössten staatlichen Kulturförderstiftung der Schweiz (Spiegel, 11/2012). Darauf reagierte das Kunstbulletin und der Schweizer Kunstverein. Gemeinsam stellten sie dem Stiftungsrat der Pro Helvetia die Vertrauensfrage: «Ist Pius Knüsel weiterhin der richtige Mann, der unsere Anliegen auf politischer Ebene mit genügend Nähe zum Betrieb differenziert und reflektiert vertreten kann? Kann er glaubwürdig im Parlament für ein Kulturbudget einstehen und im gleichen Zug die Hälfte der kulturellen Institutionen in Frage stellen?»
Das Schreiben wurde breit aufgenommen. Auch wenn die Gefässe der Kulturförderung immer wieder diskutiert werden müssen, werden vom Leiter der Pro Helvetia präzisere Inputs und ein klareres Engagement für das ihm anvertraute Gebiet erwartet. Besonders irritiert, dass er seine Forderungen ohne Absprache mit den eigenen Fachleuten formulierte, obwohl er als staatlich beauftragter Chefbeamter eine andere öffentliche Rolle einnimmt. Im Antwortschreiben distanzierte sich der Stiftungsrat denn auch von Knüsels These: «Wir verwehren uns gegen das karikierende Pauschalurteil über den Künstler und teilen auch die negative Einschätzung der Wirkung staatlicher Kulturförderung in solch drastischer Form nicht.» Dennoch stellt ihm das verantwortliche Gremium generell «eine ausgesprochen positive Leistungsbilanz» aus.
Diese sieht aus der Optik der visuellen Künste anders aus. Nebst den Kürzungen im BAK - 27% weniger für das aktuelle Kunstschaffen - wurde ihr Status auch in der Pro Helvetia geschwächt. Gespannt warten wir nun auf den versprochenen «offenen Austausch zur Förderpolitik» und hoffen auf Klärung. Claudia Jolles



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Ausgabe 5  2012
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