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5.2012




Baden-Baden : William Copley


von: Hans-Dieter Fronz

  
William N. Copley · West, 1974, 160 x 276 cm, Acryl auf Leinwand © ProLitteris


Seine Malereien seien «zum Sterben schön», fand Andy Warhol, und Jean Arp nannte ihn voll Bewunderung «ein Wolkengelächter»: William N. Copley war schon immer ein artist's artist. Dem 1996 verstorbenen Amerikaner widmet das Museum Frieder Burda jetzt eine grosse Retrospektive, deren Kern die knapp zwanzig museumseigenen Malereien Copleys bilden. Als Autodidakt hat er einen ganz eigenen Stil entwickelt, der, ein wenig plakativ und an der Bildsprache des Comics geschult, sich am ehesten mit der Pop-Art vergleichen lässt. Copleys unermüdlich variiertes Thema war die Welt des Sexus. Eine gesichtslose Figur mit Stockschirm und Bowler lebt als triebgesteuertes Ersatz-Ich des Malers die ausschweifenden Fantasien ihres Schöpfers aus. Nichts ist vor seiner Imagination sicher: ‹Marilyn› präsentiert unterm hochfliegenden Kleid einen nackten Frauenhintern. Auch die Sphäre von Politik und (Kunst-)Geschichte lässt Copley nicht aus. ‹Cuba› zeigt als Allegorie des renitenten Landes eine wollüstige Nackte mit Zigarre im bartumrahmten Mund. ‹Puerto-Ricanische Nacht› paraphrasiert Francis Picabias ‹Nuit espagnole› - in einer Sex-Fantasie, die dem Vorbild das Wasser reichen kann und der Prüderie seiner amerikanischen Heimat frech die Zunge herausstreckt.

Bis: 10.06.2012



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Ausgabe 5  2012
Ausstellungen William N. Copley [18.02.12-10.06.12]
Institutionen Museum Frieder Burda [Baden-Baden/Deutschland]
Autor/in Hans-Dieter Fronz
Künstler/in William N. Copley
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