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5.2012




Bologna : Marcel Broodthaers


von: Ute Diehl

  
Marcel Broodthaers · L'espace de l'écriture, 2012 © ProLitteris Foto: Matteo Monti


Marcel Broodthaers (1924-1976) gilt als eine der revolutionärsten Figuren in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das MAMBO zeigt eine grosse Retrospektive, kuratiert von Gloria Moure. «Ich habe mit Dichtung begonnen, dann kam das Bildnerische und schliesslich das Kino, das mehrere Elemente der Kunst in sich vereint.» Mit knappen Worten erklärt Broodt-haers sein umfangreiches Werk, in dem die Zeichen und Bedeutungen frei zirkulieren und sich alles um das philosophische Problem dreht, ob wir einen Gegenstand durch Begriffe oder durch Wahrnehmung erfahren. Gleich beim Hereinkommen betritt man den berühmten ‹Wintergarten›, 1974, eine Installation aus Gartenstühlen, Zimmerpalmen und Kunstdrucken mit Tierdarstellungen. Broodthaers übte scharfe Kritik an der museologischen Inventarisierung. Doch heute, wo die öffentliche Sichtbarkeit von Kunstwerken mehr vom Markt als von den Museen bestimmt wird, würde er vermutlich einen anderen Fokus setzen. Dennoch sind die meisten seiner Arbeiten zeitlos gültig. Unter den Filmsequenzen bleibt vor allem ‹La Pluie›, 1970, in starker Erinnerung: Man sieht den Künstler im Regen unverdrossen schreiben, während das strömende Wasser sein zu Papier gebrachtes Elaborat immer wieder löscht.

Bis: 06.05.2012



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Ausgabe 5  2012
Ausstellungen Marcel Broodthaers [26.01.12-06.05.12]
Institutionen Museo d'Arte Moderna [Bologna/Italien]
Autor/in Ute Diehl
Künstler/in Marcel Broodthaers
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