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5.2012




Kriens : David Renggli


von: Niklaus Oberholzer

  
David Renggli · The Charm of Ignorance, 2012


Die Ausstellung sei «eine Zumutung», schreibt Hilar Stadler, Hausherr des Museums Bellpark. 2'000 schwarz gerahmte Bilder tapezieren die Wände der früheren Fabrikantenvilla. Wo soll man beginnen? Oder sollte man das Haus, das man diesmal durch den Wintergarten betritt, ob der obsessiv ausgreifenden Bilderwut nicht gleich wieder verlassen? Man entscheidet sich fürs Bleiben, sucht nach Angelpunkten - und wird kaum fündig, sondern verliert sich in den Details: Zitate aus der Kunstgeschichte, Architektur, Aquarelle, Pornografisches und immer wieder Werbung, Übernahmen aus der Welt des trügerischen schönen Scheins. Wenn man glaubt, etwas erhascht zu haben, wandert das Auge weiter zum Nächsten und Übernächsten. Es gibt weder Ruhe noch Verweilen. David Renggli (*1974, Zürich) strapaziert nicht nur das Publikum, sondern auch - oder gar noch mehr - die Institution Museum, die den Bilder-Ausbruch zwar gerastert an die Wände bringt, diesem im Grund aber doch nicht Herr werden kann.
Vielleicht ist nicht die Ausstellung die Zumutung. Vielmehr ist sie ein Bild unserer Welt - die Zumutung ist dann eben deren Undurchschaubarkeit. Die etwas verloren herumstehenden skulpturalen Chromstahl-Möblierungen könnten dann als Metapher einer minimalistischen Gegenwelt gelesen werden.

Bis: 06.05.2012



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Ausgabe 5  2012
Ausstellungen David Renggli [18.03.12-06.05.12]
Institutionen Museum im Bellpark [Kriens/Schweiz]
Autor/in Niklaus Oberholzer
Künstler/in David Renggli
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