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5.2012




St. Gallen : Menschenzelle


von: Gabriel Flückiger

  
Louise Bourgeois · Cell XII (Portrait), 2000, Stoff, Stahl, Glas, Holz, 177,8 x 106,7 x 116,8 cm, Ursula Hauser Collection © ProLitteris


Die Auseinandersetzung mit Körpergefühlen ist wohl eine Konstante künstlerischen Schaffens. Nicht selten zeigt sich dabei das Körperliche als einschränkend, zerbrechlich und schmerzvoll. Mit Werken von Louise Bourgeois (1911-2010), Maria Lassnig (*1919), Berlinde de Bruyckere (*1964) und anderen behandelt die Sammlungspräsentation von Ursula Hauser in der Lokremise solche Empfindungen und Zustände. Die Arbeiten thematisieren mit je eigenen medialen und materiellen Mitteln Befindlichkeiten der Isolation, Verletzung und Trauer und spüren in einem weiten Spannungsfeld von Voyeurismus und Betroffenheit dem Körper als deformiertes Fragment nach.
‹Menschenzelle / Human Capsules›, so der Titel der Schau, bezieht sich aber auch auf räumlich-physische Einschlüsse. So reflektieren die Arbeiten von Phyllida Barlow (*1944) oder Rachel Khedoori (*1964) architektonische Lebensbedingungen. Alltägliche Materialien und Gegenstände mutieren zu futuristischen Objekten sowie zu Modellen klaustrophobischer Unorte, die sich jeglicher Realisierung verweigern. Dabei lädt die Gegenüberstellung der Arbeiten das vermeintlich Schwache auf und lässt dabei sowohl den empfindsamen Körper als auch die bruchstückhafte Architektur zu kraftvollen Setzungen werden.

Bis: 12.08.2012



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Ausgabe 5  2012
Ausstellungen Menschenzellen [25.02.12-12.08.12]
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Institutionen Kunstmuseum St. Gallen – Lokremise [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Gabriel Flückiger
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