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Hinweis
7/8.2012




Hannover : Made in Germany 2


von: Cynthia Krell

  
links: Dirk Dietrich · Bunte 1974, 2010, aus dem Projekt: Jean Guillaume Ferrée, Gedrucktes Magazin, 40,2 x 29,5 cm
rechts: Jorinde Voigt · Piece for Words and Views XXXII, 2012, 36-teilige Serie, farbiges Velin- & Ingrespapier, Bleistift, Tinte auf Aquarellpapier, 80 x 180 cm, Courtesy David Nolan, New York © ProLitteris


«Made in Germany» steht als Gütesiegel für gute, zuverlässige, solide und innovative Produkte. Doch wie ist der Status quo in der aktuellen Kunstproduktion? Die Grossausstellung ‹Made in Germany 2› will darauf eine Antwort geben. Das neunköpfige Kuratorenteam hat insgesamt 45 Künstler eingeladen, deren Werke im Sprengel Museum, Kunstverein Hannover und in der kestnergesellschaft zu sehen sind. Die Künstlerliste bietet ein Who-is-who von in Berlin lebenden Künstlern. Jedoch ist die konzeptuell begründete Zuordnung der Künstler in sechs thematische Gruppen, die sehr diffus übergreifende Interessen und künstlerische Tendenzen umschreiben wie «Narrativität», «Räume» oder «Medium als Material», wenig sinnvoll.
In der kestnergesellschaft und im Kunstverein wurde grosszügig gehängt. In beiden Institutionen zeigen die eingeladenen Künstler gute, solide und zuverlässige Werke. In der kestnergesellschaft überrascht die Raum-im-Raum-Installation ‹Centre Hospitalier Spécialisé Lorquin›, 2012, von Dirk Dietrich Hennig oder das in situ entstandene, mehrschichtige Wand- und Projektionsbild ‹Wandbild kestnergesellschaft Hannover›, 2012, von Alexander Wolff. Im Kunstverein fallen Jorinde Voigts konzeptuelle Papierarbeiten ‹Piece for Words and Views›, 2012, als Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Barthes' Werk ‹Fragmente einer Sprache der Liebe› wegen ihrer visuellen Kohärenz auf.
Im Sprengel Museum verteilt sich die Ausstellung über vier Räume im gesamten Haus. Sinnlich aufregend sind aufgrund ihrer ungewöhnlichen Materialität die Heubilder, 2011/12, von Olaf Holzapfel, wobei die in einem Rahmen kunstvoll geflochtenen Seile aus Heu unterschiedlichste Texturen ergeben. Eine Art institutionskritische Meta-Kunst betreibt Michael Riedel mit seiner mehrteiligen Wand-Poster-Arbeit, alle 2012, die auf den Planungsgesprächen der Kuratoren über die Platzierung der Werke in den Institutionen basiert. Die in Schwarz-Weiss gedruckten Konversationen bilden den Hintergrund für seine Papierarbeiten. Darüber liegen schwarze Ornamente, die den unendlichen Kommunikationsfluss der Ausstellungsmacher unterbrechen. Im Skulpturenhof des Museums steht ein ausser Funktion geratener Strommast mit herunterhängenden Kabeln. ‹Stray›, 2012, ist nicht nur eine aussagekräftige Arbeit von Nina Canell, sondern könnte als Sinnbild für die gesamte Ausstellung dienen.

Bis: 19.08.2012



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Ausgabe 7/8  2012
Ausstellungen Made in Germany Zwei [17.05.12-19.08.12]
Ausstellungen Made in Germany Zwei [17.05.12-19.08.12]
Ausstellungen Made in Germany Zwei [17.05.12-19.08.12]
Institutionen Kunstverein Hannover [Hannover/Deutschland]
Institutionen Kestnergesellschaft [Hannover/Deutschland]
Institutionen Sprengel Museum [Hannover/Deutschland]
Autor/in Cynthia Krell
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