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7/8.2012




Vaclava : Peter Kurzeck


von: Gisela Kuoni

  
Peter Kurzeck · Vorabend, Kapitel 5/letzte Seite


Ein Literat in einer Kunstausstellung? Der deutsche Schriftsteller Peter Kurzeck (*1943) macht es möglich. Er hält nichts von einem Computer. Er schreibt seine Manuskripte mit der Hand, mit Bleistift, auf alle möglichen Sorten von Papier, auf kleine Schnipsel, alte Tüten und Teebeutel - wie Robert Walser -, und er schreibt viel: dicke Bücher zur Nachkriegsgeschichte Deutschlands, minutiös aneinandergereihte Geschehnisse, wunderbar gezeichnete Menschen, Situationen, Befindlichkeiten in lakonischer Kürze und Treffsicherheit. Man stellt ihn sich vor: besessen, abgetaucht, eingesponnen in seine Welt, mit einem Stift in der Hand, aus dem der Fluss des Geschehens sich ergiesst. Im Museum Chasa Jaura sind diese Manuskriptblätter jetzt zu sehen, eng an die Wand gepinnt, in Gruppen, neben- und übereinander, mit malerischen Korrekturen, chaotisch, wirr, scheinbar geordnet. Das jüngste Werk von Peter Kurzeck gibt es jedoch nur in gesprochener Fassung. In jedem Raum, in Küche, Kammer, Stube, Keller, Schmiede und Werkstatt sind Hörkammern eingerichtet. Dort meldet sich der Autor selbst zu Wort, eindringlich und mitreissend: Heimat im Heimatmuseum. Gesprochenes Wort wird hier zu Bildern, zu Gemälden, unauslöschlichen - zu «einem Sommer, der bleibt».

Bis: 18.10.2012



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Ausgabe 7/8  2012
Ausstellungen Peter Kurzeck [13.07.12-18.10.12]
Institutionen Museum Chasa Jaura [Valchava/Schweiz]
Autor/in Gisela Kuoni
Künstler/in Peter Kurzeck
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