Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
9.2012




München : Terunobu Fujimori


von: Roberta, De Righi

  
Terunobu Fujimori · Takasugi-an (Too-High Teahouse), 2004. Foto: Shinkenchiku-sha


Man könnte ihn für den japanischen Hundertwasser halten: Seine Häuser haben gewagt auskragende Giebel und Erker, der Umgang mit Materialien wie Kupfer oder verkohltem Holz und Lehm ist spielerisch, die Dächer sind oft bewachsen. Sie heissen ‹Löwenzahn-Haus›, ‹Schokoladenhaus› oder ‹Haus der einsamen Kiefer›. Terunobu Fujimori (*1946) ist der surreale Natur-Poet unter Japans Architekten. Die Form seiner Bauten ist quasi die zugespitzte Ausformulierung der Funktion. Seine erste umfassende Ausstellung in Deutschland (Kurator: Hannes Rössler) zeigt Wohngebäude, Museen - und viele Teehäuser von einer leicht verrückten, aber nie prätentiösen Schönheit. Im Inneren bieten diese aus Holz, Papier und Binsenmatten bestehenden Gehäuse einen Raum mit Feuerstelle für die Teezeremonie. Die Bauten wirken archaisch, brechen aber eigentlich mit der Tradition. Sie sehen von aussen spektakulär aus, etwa das schwimmende Tee-Haus oder das ‹zu hohe Teehaus›. Der intime Innenraum mit Oberlicht und Seitenfenster besticht jedoch stets durch einen fast sakral anmutenden Purismus, in dem der Weg des Lichts sorgsam inszeniert ist. Das aber vielleicht wesentlichste Element seiner Baukunst ist: Humor. Nur die Städtebau-Visionen für den Tag X nach dem Klima-Kollaps wirken vordergründig und unausgegoren.

Bis: 16.09.2012



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 9  2012
Ausstellungen Terunobu Fujimori [21.06.12-16.09.12]
Institutionen Villa Stuck [München/Deutschland]
Autor/in Roberta, De Righi
Künstler/in Terunobu Fujimori
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=120815153629987-23
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.