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10.2012




St. Gallen : Nicole Böniger, Markus Müller


von: Kristin Schmidt

  
Nicole Böniger, Markus Müller · Ausstellungsansicht, 2012 © ProLitteris. Foto: H. Thalmann


Der Kulturraum des Kantons St. Gallen ist ein starkes Stück Architektur. In den Siebzigerjahren wurde er im klassizistischen Zeughaus als Ausstellungsraum erstellt und wartet nun mit einer markanten Wand- und Deckengestaltung auf. Eine Herausforderung, die Markus Müller annimmt und beantwortet. Ursprünglich hatte der Basler Künstler mas-sive Einbauten mit eingeschnittenen Durchblicken geplant. Geblieben sind die Löcher oder vielmehr deren Positivform: Müller stülpt die Löcher um. Er stellt zwei unregelmässig ovale Scheiben in den Raum. Ihre schwarzen Seiten schlucken das Licht und weisen in unbestimmte Tiefe. Der braun gestrichene Rand suggeriert Maserung und nimmt Kontakt auf zum dunklen Holzboden. Beide Scheiben stehen für sich und sind doch auf den Raum bezogen. Müller attackiert das Vorgefundene nicht, sondern denkt es unbefangen weiter. Auch Nicole Böniger nimmt den Dialog auf, jedoch verhaltener. Ihre Malereien und Papierarbeiten entfalten eigene Räume. Die Zürcherin beschreibt eher Farben als Zustände. Übereinander gelegt und verwoben oder wieder abgetragen, eröffnen sie lichte oder tiefe Stellen. Überdies entwickeln die Lacke, Kunstharze und Wasserfarben ein einkalkuliertes Eigenleben. Böniger gibt dem Beiläufigen Gewicht und stiftet zum bewussten Hinsehen an - das kommt wiederum auch der Architektur zugute.

Bis: 14.10.2012



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Ausgabe 10  2012
Ausstellungen Nicole Böniger, Markus Müller [17.08.12-14.10.12]
Institutionen Kulturraum S4 (KS4) [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
Künstler/in Markus Müller
Künstler/in Nicole Böniger
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