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Besprechung
12.2012


Raimar Stange :  Dass auch eine Galerie-Ausstellung mehr sein kann als eine elegante Präsentation mehr oder weniger neuer Werke, dieses zeigt der Brite Jonathan Monk jetzt u.a. in seiner die Modalitäten des Ausstellens reflektierenden Show ‹Who ate all the pies?› in der Galerie Meyer Riegger.


Berlin/Nürnberg/Paris : Jonathan Monk, ‹Who ate all the pies?


  
Jonathan Monk · Paul together alone with each other›, 2012, Courtesy Meyer Riegger, Berlin


Der Titel ist einem Fussballlied entlehnt, das Fans singen, wenn ein gegnerischer Spieler ein wenig fuellig ist. So sind bereits hier drei Strategien ablesbar, die fuer Jonathan Monk (*1969, Leicester) wichtig sind: Ueberfuelle, Zitat und das Spielen mit High and Low. Mit dem Ausstellen von zu viel Kunst bricht er mit der ueblichen Regel, Kunst stilsicher in sparsamen Dosen zu praesentieren. Denn diese Praxis birgt Gefahren: Die Kunst wird auratisch verklaert und als autonomes Werk verkannt. Da spielt Monk nicht mit, denn die von ihm inszenierte Ueberfuelle verramscht seine Kunst beinahe und setzt die einzelnen Arbeiten in einen Dialog zueinander, der deren angebliche Autonomie negiert. Das geht so weit, dass Werke ineinander uebergehen, etwa wenn der mit Spiegellack ueberzogene VW Golf , 2007, als Projektionsflaeche fuer das Video , 2012, dient. Dieses Dialogisieren verschraenkt die Kunstwerke nicht nur aesthetisch, sondern auch inhaltlich. So steht , 2012, direkt neben , 2012. Erstere Arbeit besteht aus einer Puppe, deren Gesicht eindeutig dem von Paul McCarthy aehnelt, waehrend sein Anzug dem des jungen Beatle und beinahe Namensvetter Paul McCartney gleicht. setzt sich wie Pistolettos aus vier Spiegeln zusammen, die so zu einem Kubus aufgestellt sind, dass ihre Spiegelflaechen nach innen gerichtet sind. In diesen nicht einsehbaren Raum hat Monk eine Discokugel eingelassen und so das Lichtspiel potenziert. Dank der Naehe zu dem Beatles-Anzug aber tritt jetzt nicht das Spiel mit Wahrnehmung, sondern das poppige Moment des Kubus in den Vordergrund. Umgekehrt ist die Mc-Puppe hier direkt vor einem Spiegel gesetzt

Bis: 31.01.2013



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Ausgabe 12  2012
Ausstellungen Jonathan Monk [27.10.12-22.12.12]
Ausstellungen Goldrausch [18.10.12-13.01.13]
Institutionen Meyer Riegger [Berlin/Deutschland]
Institutionen Kunsthalle Nürnberg [Nürnberg/Deutschland]
Institutionen Yvon Lambert [Paris/Frankreich]
Autor/in Raimar Stange
Künstler/in Jonathan Monk
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