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Hinweis
12.2012




Bern : Denis Savary


von: Gabriel Flückiger

  
Denis Savary, Maldoror, 2012


Die Tanzfläche ist leer. Vereinzelt huschen schemenhafte Figuren vorbei. Ansonsten sucht sich eine betörende Lichtshow eigenwillig ihren Weg durch den Raum. Die Videoprojektion ‹Le Must›, grossflächig in der abgedunkelten Eingangshalle, eröffnet den Parcours durch Denis Savarys (*1981) künstlerisches Schaffen. Savary arbeitet oft mit Verweisen in die Kunst- und Literaturgeschichte und seine Ideenfindung gibt sich wie ein Streifzug durch verschiedene Epochen sowie deren Anekdoten: Mittelalterliche Darstellungen von Handwerksleuten und deren Kostümen übersetzt er in surreal anmutende Skulpturen, welche sowohl Folterinstrument als auch mobile Zauberkiste sein könnten; Oskar Kokoschkas Puppe Alma - vom österreichischen Expressionist 1918 angefertigt, um die Trennung von seiner Geliebten zu überwinden - lässt Savary als Zottelwesen mit flauschigem Fell mehrfach auferstehen und an der Wand lehnend ausharren; afrikanische Wasserbehälter, welche dem Surrealisten Max Ernst als formale Referenz dienten, werden beim Lausanner zum mystisch aufgeladenen Kokosnuss-Körper im Dschungel der rotierenden Palmen. Savarys Schaffen besitzt Leichtigkeit: Es wirkt assoziativ, poetisch und spielerisch. Zu einem Gesamtbild wollen sich die Werke aber nur schwer fügen.

Bis: 09.12.2012



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Ausgabe 12  2012
Ausstellungen Denis Savary [27.10.12-09.12.12]
Institutionen Kunsthalle Bern [Bern/Schweiz]
Autor/in Gabriel Flückiger
Künstler/in Denis Savary
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