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12.2012




Düsseldorf/München : Gillian Wearing


von: Sabine Elsa Müller

  
Gillian Wearing, Self Portrait at 17 Years Old, 2003, C-Print, gerahmt, 115,5 x 92 cm, ­Courtesy Maureen Paley, London


«Signs that say what you want them to say and not Signs that say what someone else wants you to say»: Anfang der Neunzigerjahre wurde Gillian Wearing (*1963) mit dieser Fotoserie bekannt. Zu sehen sind Passanten, die ein weisses Blatt Papier mit einer persönlichen Botschaft in die Kamera halten. Häufig genug kippt der Eindruck der Personen durch die verblüffende Wucht der eher knappen Äusserungen. Eigentlich passen hier Wort und Bild auf eine beunruhigende Weise fast nie zusammen. Die auf 600 Fotos angewachsene Serie wirkt authentisch und wurde sofort von der Werbeindustrie kopiert. Wearing wird den Young British Artists zugerechnet, sie thematisiert den Widerspruch zwischen der Maske, die nach aussen zur Schau getragen wird, und dem, was im Innern eines Menschen vor sich geht. 1997 erhielt sie den Turner Prize für ihre Videoinstallation ‹Sechzig Minuten Stille›, bei der sich 26 Personen in Polizeiuniform eine Stunde lang vor der Filmkamera positionieren, bis Ordnung und Autoritätsanspruch ohne äus-sere Einwirkung in sich kollabieren. Die hinter den Maskeraden aufblitzende Vielschichtigkeit steigert sich in den neuesten Serien, in denen die Künstlerin mittels Silikonmaske in die Haut anderer Menschen schlüpft, zur fast manischen Selbstbespiegelung.

Bis: 09.06.2013



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Ausgabe 12  2012
Ausstellungen Gillian Wearing [08.09.12-06.01.13]
Institutionen K20 Kunstsammlung NRW [Düsseldorf/Deutschland]
Institutionen Pinakothek der Moderne [München/Deutschland]
Autor/in Sabine Elsa Müller
Künstler/in Gillian Wearing
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