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12.2012




Lausanne : Esther Shalev-Gerz


von: Alice Henkes

  
Esther Shalev-Gerz · Inseparable Angel, ­Doppeluhr, 2000-2010 © ProLitteris


Die kollektive Erinnerung und das Unbeheimatet-Sein zwischen Kulturen durchziehen das Werk von Esther Shalev-Gerz (*1948), die in Litauen geboren wurde, in Israel studiert hat und heute in Paris lebt. Erinnerun­gen an Konflikte und Schrecken des 20. Jahrhunderts dominiert auch die Retrospektive in Lausanne. Die Installation ‹Inseparable Angel: An Imaginary House for Walter Benjamin›, 2000, bezieht sich auf Paul Klees berühmtes Bild ‹Angelus Novus›, von Benjamin als ‹Engel der Geschichte› gedeutet. Ein Video zeigt eine Taxifahrt von Weimar nach Buchenwald, angereichert mit Texten über Engel von Franz Kafka bis Heiner Müller. Ein zweisitziger Stuhl ohne Lehne und eine Uhr mit zwei Zifferblättern ergänzen diese sehr dichte Arbeit. Überall spürt man die Intensität und Genauigkeit, mit der die Künstlerin arbeitet. Neben Video- und Fotoarbeiten dokumentiert die Schau zahlreiche Mahnmale gegen Völkermord und Faschismus, die Shalev-Gerz entworfen hat. Doch nicht nur dort, wo sie für den öffentlichen Raum arbeitet, bedient sich die Künstlerin einer stark dokumentarischen Herangehensweise. ‹MenschenDinge›, 2004-06, handelt von Gegenständen, die Häftlinge im KZ Buchenwald heimlich hergestellt haben. Die sachliche Präsentation in Fotos und Videointerviews wäre auch in einem historischen Museum denkbar.

Bis: 06.01.2013



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Ausgabe 12  2012
Ausstellungen Esther Shalev-Gerz [22.09.12-06.01.13]
Institutionen Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne [Lausanne/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Esther Shalev-Gerz
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