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Hinweis
3.2013




Düsseldorf : Katarzyna Kozyra


von: Katja Behrens

  
Katarzyna Kozyra · Master of Puppets, 2012


Als sie 1996 an Krebs erkrankte, liess sie sich in der Pose von Manets Olympia fotografieren: unbekleidet, mit kahlem Schä­del und neckischem Halsschleifchen. Das grosse Foto begrüsst uns gleich beim Eintreten. Da ist man schon an einem Riesenpilz und an der Bild- und Soundinstallation mit Maschinengewehrsalven und Explosionen vorbeigekommen, die bereits die Nachbarschaft in der Düsseldorfer Altstadt aufgeschreckt hatte. Katarzyna Kozyra (*1960) kombiniert Elemente der bildenden Kunst mit Theater, Performance, Tanz und Märchen. Dabei schwingt im Spiel mit Identitäten, Geschlechterstereotypen, bizarren Situationen immer auch ein spürbarer feministischer Geist mit. International bekannt wurde die Polin 1999 mit ihrem Auftritt an der Biennale Venedig, als sie mit versteckter Kamera in einem Budapester Badehaus nackte Männer und Frauen gefilmt hatte. Für die Version ‹Men's Bathhouse› mischte sie sich gar selbst, mit Silikonpenis, Brusthaar und Bart verkleidet, unter die Badegäste. Auch in ihrer jetzigen Projektion ‹Master of Puppets› lässt sie uns - jedenfalls als Frau - unverhofft eine intime Grenze überschreiten. Die wunderbar konzentrierte Schau bündelt beinahe ihr gesamtes bisheriges Schaffen und breitet in Vitrinen auch Kostüme und Requisiten der gefilmten Inszenierungen aus.

Bis: 10.03.2013


mit Katalog



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Ausgabe 3  2013
Ausstellungen Katarzyna Kozyra [17.12.12-10.03.13]
Institutionen Schmela-Haus [Düsseldorf/Deutschland]
Autor/in Katja Behrens
Künstler/in Katarzyna Kozyra
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