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3.2013




Köln : Andreas Fischer


von: Sabine Elsa Müller

  
Andreas Fischer · Wirds Bald, 2011, 280 x 56 x 85 cm ©ProLitteris, Courtesy Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart. Foto: Michael van den Bogaard


«Es wird besser, es wird nicht besser...» Andreas Fischers sprechende und singende Maschinen mit Titeln wie ‹Wirds Bald› oder ‹Operation Notzucker› sind wahre Meister ins Leere laufender Zwangsmechanismen. Schwer beschäftigt treten sie unaufhaltsam auf der Stelle. Der Georg-Herold-Schüler bastelt aus dem Müll der Zivilisation ironisch gebrochene Parodien menschlicher Verhaltensmuster. Dabei vermeidet er jeden Anflug von moralischem Impetus. Mühelos gelingt ihm die Balance zwischen den überraschenden Kapriolen, zu denen seine Konstruktionen dank eingebauter Mikroprozessoren und Motoren fähig sind, Sprachwitz und einer präzisen Choreographie. In ‹Your time is my Rolex› mischt er in einer recht dichten Inszenierung rührend beiläufig wirkende, fragile Arbeiten wie ‹Flagge, die versucht, eine 8 zu winken› mit respektablen Selbstbespiegelungsapparaturen bis hin zu furchteinflössenden Maschinenmonstern, die sich aufblähen und mit den Flügeln schlagen, dass es nur so zischt und kracht. Unter der slapstickartigen Oberfläche dieses absurden Maschinentheaters verbirgt sich eine sehr nachdenkliche, ernste Reflexion über autoritäre Systeme und ihre affirmative Rhetorik, aus deren Regelkreis es in unserer modernen Welt wider jede bessere Einsicht kein Entrinnen zu geben scheint.

Bis: 17.03.2013



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Ausgabe 3  2013
Ausstellungen Andreas Fischer [01.12.12-17.03.13]
Institutionen Museum Ludwig Köln [Köln/Deutschland]
Autor/in Sabine Elsa Müller
Künstler/in Andreas Fischer
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