Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
3.2013




Remagen : Florian Slotawa: Andere Räume


von: Anne-Kathrin Auel

  
links: Florian Slotawa · Andere Räume, 2012, Ausstellungsansicht Bahnhof Rolandseck ©ProLitteris. Foto: Martin Gausmann/AMBR
rechts: Florian Slotawa · Atelier (Gang 1), 2012, Schwarzweissfotografie. Courtesy: Galerie Nordenhake, Berlin/Stockholm; Galleria Suzy Shammah, Mailand; Sies+Höke, Düsseldorf ©ProLitteris


Im Arp Museum Bahnhof Rolands­eck bekam Florian Slotawa keine Räume im Sinne eines White Cube. Im Themenjahr Architektur bespielt Richard Meier diese in dem von ihm konzipierten Museumsbau selbst. Auf der Suche nach Inspiration verliess Slotawa den Bahnhof Rolandseck und reiste in das von Ludwig Mies van der Rohe geplante Haus Esters in Krefeld. In dem von 1927-1930 für einen Textilfabrikanten errichteten Wohnhaus wird seit 1981 Kunst ausgestellt. Slotawa lebt in Berlin, wo er in einem 1966-1968 errichteten Büro- und Gewerbegebäude fünf Atelierräume hat, die er seit 2009 in sachlichen Schwarz-Weiss-Fotografien und bar aller Gebrauchsgegenstände dokumentiert. Der an der Kasseler Kunsthochschule lehrende Künstler ist für Werke bekannt, in denen er sich mit der Welt der Dinge auseinandersetzt: In der seit 1996 laufenden Serie ‹Besitzarbeit› werden u.a. Slotawas persönliche Gegenstände zum skulpturalen Material, 1999 stapelte er das Mobiliar eines Hotelzimmers, 2001 brachte er Werke aus dem Depot des Museums Abteiberg in Mönchengladbach in seine eigene Wohnung und 2008 gruppierte er in ‹Solothurn, aussen› Skulpturen vor dem Kunstmuseum Solothurn neu.
In Remagen füllt nun Slotawa die Ausstellung mit Fotografien, die sein Berliner Atelier zeigen. Doch voll werden die historischen Räume vor allem, weil er in das von 1856-1858 errichtete Eisenbahnempfangsgebäude ein dominantes Ausstellungsdisplay einbauen liess. Die Installation steht im Kontrast zur Architektur des Gebäudes, das ursprünglich auch den Aktionären der Eisenbahn als Versammlungs- und Veranstaltungsort sowie als Ausflugsziel dienen sollte. Die Fotografien präsentiert Slotawa auf speziell angefertigten Wandscheiben, die der Architektur von Haus Esters nachempfunden sind. Gestrichen sind diese in einem blendenden Weiss - exakt im selben Farbton der Ausstellungsräume von Haus Esters. Die Kuratorin Jutta Mattern beschreibt die Schau als «dekonstruierte Fotoausstellung», begreift Slotawas Präsentation aber ebenso als «installatives Ganzes». Neben Installationsansichten und den 32 Architekturaufnahmen enthält der Katalog Texte von Mattern, Direktor Oliver Kornhoff und Kunsthistorikerin Christiane Lange.

Bis: 01.04.2013


Katalog im Snoeck Verlag



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 3  2013
Ausstellungen Florian Slotawa [26.10.12-01.04.13]
Institutionen Arp Museum Rolandseck [Remagen/Deutschland]
Autor/in Anne-Kathrin Auel
Künstler/in Florian Slotawa
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=13022410450221Q-32
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.