Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Fokus
4.2013


 Das von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich veranstaltete Blickfelder-Festival gewährt Einblick in die Welt von Kindern, widmet sich ihren existentiellen Fragen und präsentiert vom Theater für Zweijährige bis zum Klang-Parcours durchs Haus Konstruktiv vielfältigste Produktionen.


Kunstvermittlung - Mit Kunst in die Zukunft


von: Dominique von Burg

  
Zukunftsvisionen von Kindern aus Zürich, Venezuela und Malawi, Courtesy FOA-FLUX und Projektteilnehmerinnen. Fotos: Annatina Caprez/Dominique Lämmli


Mit Kopfhörern in der Schule sitzen und alles bestehende Wissen in sich aufnehmen können, spielerisch lernen und nie etwas Schwieriges machen müssen oder Wegwerfkleider aus Papier, Plastiksäcken und Folien entwerfen. So stellen sich Erstklässler/innen aus Zürich die Welt in zwanzig Jahren vor. Wobei sich das uralte Cliché bestätigt, dass Knaben sich eher für den technischen Fortschritt und Mädchen für soziale und lebensgestalterische Aspekte interessieren.
Unter dem Titel ‹Wir in 2033› entwickeln Kinder und Jugendliche Zukunftsvisionen, die künstlerisch umgesetzt werden. Es war den Initiatorinnen, der Künstlerin Dominique Lämmli und der Kunst- und Landschaftshistorikerin Annemarie Bucher, ein Anliegen, die vorhandenen Möglichkeiten optimal zu nutzen und die Polaritäten zwischen arm und reich nicht hervorzuheben. Durchgeführt wurde das Projekt mit Jardín Humano in Maracay, Venezuela, der Zipatso Academy in Salima/Malawi und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Lokale Gegebenheiten und extrem gegensätzliche Lebensverhältnisse erzeugen entsprechende Wünsche und Sehnsüchte. Während in der Schweiz die Kinder selbstverständlich mit den unterschiedlichsten technologischen Mitteln wie iPad, iPhone etc. spielen, setzen die Studierenden im sehr armen Malawi Rezepte mit Mangos zeichnerisch um und erörtern die Kleinen im Jardin Humano die Nutzung von möglichst reinem Wasser. In Workshops erarbeiten die Schulkinder aus den erwähnten Ländern Radio-, Video- und Blogbeiträge. Sie werden in der Sendung ‹Radio-Gwunder› auf Radio Stadtfilter Winterthur ausgestrahlt und während des Blickfelder-Festivals im Foyer des Schiffbaus Zürich auf Hörstation und einem Screen zu hören und sehen sein.
‹Wir in 2033› ist der 2009 von Dominique Lämmli und Annemarie Bucher gegründeten Forschungsplattform FOA-FLUX zu verdanken. In Anbetracht der laufenden Paradigmenwechsel untersuchen die beiden die Funktionen der zeitgenössischen Kunst im globalen und lokalen Kontext mit künstlerischen, wissenschaftlichen und praktischen Mitteln. Den damit gekoppelten Fragen nähern sie sich aus vergleichenden, exemplarischen und phänomenologischen Perspektiven. Für ein solch ehrgeiziges Vorhaben sind Kinder geradezu idealiter geeignet, da sie eigenwillige Betrachtungsweisen für eine kritische Debatte liefern können, die nicht von Beginn weg durch selbstlimitierende und ideologische Konzepte behindert werden.
Dominique von Burg, Kunst- und Architekturhistorikerin, lebt in Zürich. dvonburg1@bluewin.ch


Bis: 21.04.2013



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 4  2013
Autor/in Dominique von Burg
Link http://www.blickfelder.ch
Link http://www.wein2033.net
Link http://www.foa-flux.net
Link http://www.stadtfilter.ch
Link http://www.martinschaer.ch
Link http://www.schuleundkultur.zh.ch
Link http://www.jugendfilmtage.ch
Link http://www.vsa.zh.ch
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=1303201247393WX-4
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.