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Hinweis
4.2013




Burgdorf : Heinz Egger


von: Alice Henkes

  
Heinz Egger · Der Frühling, das Mädchen, die Schatten, 2012, Heliogravüre, Direktätzung, 20x15,5 cm


Dunkelheit, bedrohend, verwirrend, verlockend, durchzieht die Arbeit von Heinz Egger (*1937). Ahnungsvolle Schatten oder massive, den Blick gleichsam einsaugende Schwärze: In fast allen Arbeiten ist das Dunkle ein tragendes Element. In der Heliogravüre ‹Der Frühling, das Mädchen, die Schatten›, 2012, sitzt als Farbfleck gewordene Rätselhaftigkeit in den Zweigen eines frühlingslichten Baumes. Es formiert sich zu Kriegsmaschinen und Todesszenen ebenso wie zu lichtdurchtanzten Wäldern und zu Treppenstufen, die lose im Raum schweben, und aus dem Nichts ins Nichts führend. Egger gestaltet betont ungefähre Landschaften, die dazu einladen, sich philosophierend in ihnen zu ergehen. So, wie er sich als Kind in Illustrationen hineindachte: «Was könnte auf diesem Waldweg geschehen, wenn man ihn weiterginge?». Als Künstler folgt er dem Märchenpfad ins Innere des Menschen und sieht dort Unsicherheiten und Wünsche, erotische und aggressive Triebe. Oft arbeitet er nach Abbildungen, in seinen jüngesten Werken nach Kriegsbildern. Das Rätselhafte steht hier nicht für eine romantisch gedimmte Weltsicht, sondern für die Einsicht, dass das Triebwesen Mensch letztlich unfassbar bleibt.

Bis: 12.05.2013



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Ausgabe 4  2013
Ausstellungen Heinz Egger [19.01.13-12.05.13]
Institutionen Museum Franz Gertsch [Burgdorf/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Heinz Egger
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