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Hinweis
4.2013




Frankfurt/M. : Carsten Nicolai


von: Verena Kuni

  
Carsten Nicolai · unidisplay, 2012, Installations­ansicht, Courtesy Galerie Eigen + Art/The Pace Gallery ©Pro Litteris Foto: Axel Schneider


Eine riesige Projektionsfläche, die beidseitig durch Spiegel ins Unendliche erweitert scheint. Auf dunklem Grund drei Reihen mit grafischen Miniaturen in Schwarz-Weiss: Bilder im Bild, die eins nach dem anderen aufgerufen werden, um die gesamte Leinwand zu füllen. Und in Bewegung zu geraten: Linien verdichten sich und entzerren sich wieder. Sinuskurven beginnen rhythmisch zu schwingen. Punkte entpuppen sich als rotierende Scheiben. Flirrende Moiré-Muster entstehen und vergehen.
Nicolais ‹unidisplay›, 2012, wirkt wie eine Versuchsanordnung, in der die grundlegenden Möglichkeiten der Bild- und Welterzeugung im Zusammenspiel von Pixel, Auge und Gehirn durchexerziert werden. Aus wenigen Grundeinheiten entfaltet sich ein komplexes Vokabular, das erfahrbar macht, wie Formen und Zeichen, Raum und Zeit entstehen. Komplementärkontraste, die optische Täuschungen hervorbringen, Muster, die das Auge irritieren und Bewegung suggerieren. Rhythmen und Pulse, die Takte generieren. Begleitet von Klang, der direkt aus den Bildern zu kommen scheint. Der meist kaum oberhalb der Schwelle zum Hörbaren schwebt, sich mitunter aber pfeilgerade in die Gehörgänge bohrt. Suggestiv, aber niemals einlullend - eher schon wie eine strenge Meditation, bei der sich die Sinne selbst erfahren. Eine Schule der Wahrnehmung - die sich bei aller Strenge gleichwohl sehr sinnlich präsentiert.

Bis: 05.05.2013



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Ausgabe 4  2013
Ausstellungen Carsten Nicolai [26.01.13-05.05.13]
Institutionen MMK Museum für Moderne Kunst [Frankfurt/M/Deutschland]
Autor/in Verena Kuni
Künstler/in Carsten Nicolai
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