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Hinweis
4.2013




Heidelberg : Jan Bünnig


von: Raimar Stange

  
Jan Bünnig · Discokugel, 2006, Polyethylen-Kugel, Rinde, Sofa


Der Titel ‹Wir bleiben bis 1000 Uhr› der Ausstellung von Jan Bünnig ist programmatisch gemeint, streckt der Berliner Bildhauer doch die Dauer seines Produktionsprozesses so weit, dass selbst am Ende der Ausstellung drei der gezeigten Skulpturen noch in einem unfertigen Zustand sind. Die Trennung von Atelier und Ausstellungsraum wird hinfällig, denn die Arbeiten mitten im Kunstverein werden alle dreissig Minuten bewässert und weiter bearbeitet, so dass ihr Schnellbeton bzw. Ton dank der Bewässerung weich und formbar bleibt - eine Technik, die Sean Landers in den Neunzigerjahren in die Kunstwelt eingeführt hat. Anders als Landers geht es Bünnig aber weniger um eine Kritik an genialen Schöpfungsprozessen als um ein Innehalten und Ausdehnen von Zeit. Kein Zufall ist es dann, dass die minimalistisch-expressionistischen Skulpturen immer wieder an Archaisches erinnern, so beispielsweise die Arbeit ‹Feuerstelle›, deren Form irgendwo zwischen Flamme und auf dem Kopf gestellten Tannenzapfen angesiedelt ist. Seit 2007 befindet sich die ‹Feuerstelle› auf dem Weg ihrer Fertigstellung. Die Skulptur ‹Atem 2›, 2013, erinnert an Gebilde aus Tropfsteinhöhlen. Wie diese so ist auch ‹Atem 2› eine quasi «lebende Skulptur» (Bünnig), deren Form sich stetig weiterentwickelt.

Bis: 07.04.2013



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Ausgabe 4  2013
Ausstellungen Jan Bünnig, Kerry Tribe [08.02.13-07.04.13]
Institutionen Kunstverein Heidelberg [Heidelberg/Deutschland]
Autor/in Raimar Stange
Künstler/in Jan Bünnig
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