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4.2013




Vélizy-Villacoublay : Damien Cadio


von: J. Emil Sennewald

  
Damien Cadio · Janvier, 2012, Öl auf Holz, 24x30 cm, Courtesy Galerie Eva Hober


Ein kleiner silber­ner Affe aus Zinn, mit hängenden Armen hockt er auf einem Stück laminiertem Holz. Der Titel nennt ihn ‹jähzornig, irre und brutal›. Damien Cadio (*1975, Mont Saint-Aignan) zeigt in seinem Frühwerk, was ihn beeinflusst: Verschobene Sexbilder von Eric Rondepierre oder ein grosses Schwarzweiss-Foto von Agnès Geoffray, auf dem eine Frau in einen Gewehrlauf schaut. Cadio behandelt die Gefahren der Schaulust. Er fischt im bilderreichen Internet nach Fotos, die sich zur Legendenbildung eignen. Von solchen Abzügen aus geht er malend dem Fetisch Bild auf den Grund, indem er nur Details wiedergibt. Unmöglich zu wissen, ob alberne Nacktbilder, ‹Les angles du dehors›, 2012, ein Frauennacken mit schwarzer Schleife, ‹Janvier›, 2012, oder von einer Hand umklammerte Froschschenkel, ‹Coeur Vaillant Forever›, 2012, Gewaltakte bezeugen - oder das gierige Auge sie ihnen andichtet. Mit rund zwanzig, meist kleinen Ölgemälden löst Cadio die Bilder seriell in Bilderinnerungen auf. Und erzählt verblüffend theatral von einem dem Bildakt innewohnenden Verlangen. Das konkretisiert sich in der grafischen Attraktion der dunstig-stumpfen, dem Zinnsilber verwandten Oberflächen seiner grossformatigen Zeichnungen als unstillbarer Durst nach Sinn.

Bis: 07.04.2013



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Ausgabe 4  2013
Ausstellungen Damien Cadio [22.01.13-07.04.13]
Institutionen Micro Onde [Vélizy-Villacoublay/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Damien Cadio
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