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Hinweis
5.2013




Basel : Anja Ganster


von: Katharina Dunst

  
Anja Ganster · Rio, 2012, 130x200 cm, Acryl und Öl auf Leinwand © ProLitteris


Unter dem Titel ‹deslocamento› verbindet Anja Ganster installative, malerische und fotografische Elemente zu einer raumgreifenden Bilderfahrung. Der Ausstellungsraum, unmittelbar am Basler Rheinhafen gelegen, wird durch seine Nähe zu Wasser und Transit geprägt. Diese Merkmale lassen sich auch in den ausgestellten Werken wiederfinden. Auf Hohlkörper projizierte Bildsequenzen fallenden Wassers lassen feste Gegenstände flüssig werden, gleissende Farben auf Leinwänden durchbrechen gemalte Architektur und Spiegelungen auf Glasfassaden zerschneiden den Bildraum. Das von der Künstlerin eingefangene Licht schafft sich eigene Bildräume und zieht seine Grenzlinien losgelöst von materiellen Gegebenheiten. Ausgehend von Reisen zu überwältigenden Metropolen und zu nicht weniger majestätischen Naturschauplätzen sucht Ganster nach erweiterten Maltechniken, um dem erlebten Erhabenen einen angemessenen Resonanzraum zu verleihen. Sie setzt São Paolos grenzenlosen Stadtraum mit seinem brandenden Verkehr und den wuchernden Hochhausfeldern in Verbindung zu den Wasserfällen von Iguaçu, die nicht enden wollende Besucherströme anziehen. Domestizierte Naturerlebnisse und unheimliche Stadträume stehen sich nicht als Pole einer Lebenswelt gegenüber, sondern zerfliessen in der Lava des Anthropozäns.

Bis: 23.05.2013



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Ausgabe 5  2013
Ausstellungen Anja Ganster [11.04.13-23.05.13]
Institutionen Stiftung Brasilea [Basel/Schweiz]
Autor/in Katharina Dunst
Künstler/in Anja Ganster
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