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Hinweis
5.2013




Frankfurt : Yoko Ono


von: Grit Weber

  
Yoko Ono · Cut Piece, 1965, Performance Carnegie Recital Hall, NY, Courtesy Lenono Photo Archive. Foto: Minoru Niizuma


Was ein Werk mit wenigen Gesten leisten kann, das zeigt zunächst jener Raum, der Yoko Ono's frühen Arbeiten gewidmet ist, zudem ein Musikraum, in dem sich das Publikum mit Kopfhörern vergegenwärtigen kann, dass die Künstlerin in ihrem nunmehr sechzigjährigen Lebenswerk vielleicht doch am meisten dem Musikalischen und somit dem Zeitlichen, Nichtgegenständlichen und Performativen zugeneigt ist. Übertreten ihre Arbeiten die imaginäre Grenze des Angedeuteten, werden sie zu fest in der Form oder zu esoterisch in der Aussage, dann kippen sie und verlieren die Poesie. Was aber die ganz frühen Arbeiten und die Musik betrifft, ist die glamouröse Dame nach wie vor eine echte Entdeckung. Ihr musikalisches Gefühl umfasst Rhythmus, Lautstärke, nervige Töne ebenso wie diese zarte Mädchenstimme, mit der sie furchtbar rührend singt. Das passt dann wunderbar zu der kleinen Arbeit aus dem Frühwerk von 1963: eine runde Blechdose, in der ein Tape liegt, das den Titel trägt ‹Soundtape of the Snow Falling at Dawn›. Da schliesst sich ein innerer Kreis, den die Ausstellung versucht hat, grösser zu machen, aber der doch eben nur so weit ist, wie ihre Werke ‹Pieces› bleiben, Stücke also, die kaum mehr als Impulse sind, die auf anderes verweisen - auf das Träumerische, auf einen Wunsch, eine Utopie gar, oder eben nur auf das Geräusch von Schnee, der im Morgengrauen fällt.

Bis: 12.05.2013



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Ausgabe 5  2013
Ausstellungen Yoko Ono [01.06.13-15.09.13]
Institutionen Louisiana Museum of Modern Art [Humlebæk/Dänemark]
Autor/in Grit Weber
Künstler/in Yoko Ono
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