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5.2013




Genève : Sarah Morris


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Sarah Morris · Danuza Leão [Rio], 2013, ­Dura­trans auf Lichtkasten, 100x110x15 cm. Foto: Simon Lamunière


Seit einem Jahr treibt Simon Lamunière (*1961) ein subtiles Verwirrspiel in der eher trüben rue des maraîchers. Angeregt von Jeff Wall (*1946), der beim ersten Auftritt als Künstler 1978 in das Schaufenster seiner Galerie ein riesiges, von hinten beleuchtetes Dia der Installation ‹Destroyed Room› einlegte, so dass sich dieses und der Raum der Ausstellung vereinigten, eröffnete Lamunière im März 2012 die Galerie 2m2, die sich auf einen im ersten Stock montierten Leuchtkasten beschränkt. Nach Liam Gillick und Heimo Zobering belebt nun Sarah Morris (*1967) die beiden einen Quadratmeter grossen Flächen, die sie erstmals nicht mehr durch eine blosse Verdoppelung miteinander verschweisst. In einem achsensymmetrischen Verhältnis hat sie ihr Gemälde ‹Danuza Leão›, 2012, darauf abziehen lassen. Dabei handelt es sich um eine Fusion geometrischer Formen und plakativer Farben - ein zeittypisches Bild, das dem Film ‹Rio›, 2012, abgekupfert ist. Morris unterläuft so die Erwartung eines Logos, die sich beim Erblicken des Leuchtkastens einstellt, durch eine Komposition, die von unserer permanenten Einschüchterung durch Corporate Identity-Symbolik handelt, jedoch viel zu komplex ist, um dafür in Frage zu kommen. Die Künstlerin gibt uns durch diesen Kniff die Freiheit zurück, nicht nur Nuancen zu wahren, sondern Sprünge in Sehen und Denken zu wagen.



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Ausgabe 5  2013
Ausstellungen Sarah Morris [02.04.13-31.05.13]
Institutionen 2m2 Gallery [Genève/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Sarah Morris
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