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Hinweis
5.2013




Poitiers/Rouillé/Braunschweig : Eva Kotátková


von: J. Emil Sennewald

  
Eva Kotátková · Unlearning instincts, 2013


Es ist passend, dass Eva Kotátková ihre Geschichte der Lerngewalt in Rurart erzählt, einem Kunstzentrum mit Anschluss an eine Landwirtschaftsschule. Aus Käfigbetten, einem riesigen Buch voller Lern-Collagen, einer mit Spiegeln vervielfachten Wandzeichnung und einem unheimlichen Schattentheater hat sie eine Kaspar-Hauser-Szenerie im Geiste Peter Handkes erstellt. Wo der mit «Sprechfolterung» zeigte, «wie jemand durch Sprechen zum Sprechen gebracht werden kann», führt Kotátková vor, wie Bilder zum Sehen bringen. Die Tschechin erregte 2011 Aufmerksamkeit durch ihre Installation zwischen Folterkammer und Bibliothek auf der Lyon-Biennale. Mit ‹Unlearning instincts (ou l'art de l'éducation)› treibt sie nun ihre Archäologie der Bücherbildung und -verbildung weiter, richtet Wände voller Collagen und Zeichnungen ein, auf denen Tiere, Kinder, Menschen bedrohlich zerschnitten und neu zusammengesetzt sind. Eine Welt der Buchdidaktik saugt das Publikum ein. «Die Objekte sollen körperlich erfahrbar machen, wie Lernprozesse mit Bedrohung und Unterdrückung verbunden sind», sagt sie. Dabei sperrt sie die didaktischen Illustrationen mit Zeichnungen ein, wiederholt die Gewalt, die sie erzählt. Und entlässt die Bilder in ihr eigenes Reich, das der Kunst.

Bis: 12.05.2013



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Ausgabe 5  2013
Ausstellungen Eva Kotátková [09.03.13-12.05.13]
Institutionen Kunstverein Braunschweig [Braunschweig/Deutschland]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Eva Kotátková
Link http://www.rurart.org
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