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6.2013




Baden-Baden : Elizabeth Peyton


von: Gudrun Latten

  
links: Elizabeth Peyton · Blur Kurt, 1995, Oil on masonite/Öl auf Hartflaser, 35,6x27,9 cm
rechts: Elizabeth Peyton · What Wondrous Thing Do I See... (Lohengrin, Jonas Kaufmann), 2011-2012, Öl auf Holz, 22,9x27,9 cm


Als eine der wichtigsten Ausstellungen des Jahres wurde sie angekündigt: ‹Elizabeth Peyton. Here She Comes Now›. Eliza-beth Peytons (*1965, Danbury) Antlitz sucht man vergebens. Stattdessen hängen in der Schau der US-Amerikanerin Stars von Jonas Kaufmann bis David Bowie an den Wänden.
Angefangen hat es mit ‹Blur Kurt› im Jahr 1995. Ein kleines Porträt in Nahsicht. Er wirkt weiblich, die Lippen rot und volles blondes Haar. In fast lieblicher Manier wurde Kurt Cobain auf diesem Porträt festgehalten. Im Gegensatz dazu sind die Porträts von Tristan und Isolde mit expressiven Pinselstrichen gemalt. Die Kussszene der Liebenden durchzieht die Ausstellung. Viel ist die Rede von der Wirkung der Bühnenkünstler. Umso erstaunlicher ist es, die verträumten, in sich gekehrten Kopfbilder der Rock-Stars zu sehen. Oft sind die Augen geschlossen. Die harten Jungs wirken auf den Bildern von Peyton verletzlich. Es herrscht eine intime Atmosphäre.
Den Musikern des Punk und des Rock werden Opernstars gegenübergestellt. Peyton unterscheidet die Porträts farblich. Mit dicken Strichen formt sie die Gesichter der Bühnenkünstler in Öl, Aquarell, auf Drucken und Zeichnungen und macht die Ausstellungsräume selbst zur Bühne. Peyton malt den intensiven Moment, wenn eine Sängerin oder ein Sänger tiefgreifende Emotionen hervorrufen will. Sie verwendete dafür Bilder aus Zeitschriften und Büchern, von CD-Covern oder auch eigene Fotografien von den Bühnenkünstlern. Das verbindende Moment von Punk, Wagner und Peyton ist die Romantik. Peyton wurde in ihrer Jugend ebenso von Punk-Musik wie von Opern geprägt. Im Katalog findet die Ausstellung ihre Fortsetzung. Dort werden die Fotografien der Musiker den Porträts Peytons gleichwertig gegenübergestellt. In der Ausstellung werden sie ein zweites Mal inszeniert. Starke Gefühle treffen aufeinander.
Oft wurde Peyton kritisiert, sie würde nur Bilder von Celebrities machen. Auf Einladung des vormaligen Balletttänzers und Kurators Johan Holten darf sie ihre Arbeiten erstmals in ganzer Bandbreite vorstellen. So erhalten die kleinen Bilder einen grossen Auftritt, ganz gemäss dem verheissungsvollen Ausstellungstitel: ‹Here She Comes Now›.

Bis: 23.06.2013



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Ausgabe 6  2013
Ausstellungen Elizabeth Peyton [09.03.13-23.06.13]
Institutionen Staatliche Kunsthalle [Baden-Baden/Deutschland]
Autor/in Gudrun Latten
Künstler/in Elizabeth Peyton
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