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6.2013




St. Gallen : Naive Schweiz


von: Kristin Schmidt

  
Heinrich Anton Müller (1869-1930) neben einer seiner Maschinen, um 1914-1922


Sie arbeiten unberührt von ästhetischen Debatten, leben am Rande der Gesellschaft und behandeln doch zentrale Fragen des Daseins. Sie entziehen sich sogar jenen Kategorisierungen, die eigens für ihre Werke entwickelt wurden: Die Begriffe «Art brut», ­«Aussenseiterkunst» oder «Naive Kunst» schubladisieren das Werk von Künstler/innen, deren Werk ausserhalb gängiger Systeme entsteht. Zudem scheint es, als ob gerade die Einordnungs- oder vielmehr Abgrenzungsversuche die adäquate Aufarbeitung verhindern. So ist der von Jean Tinguely bewunderte Heinrich Anton Müller in Gesamtdarstellungen der kinetischen Kunst bis heute nicht verzeichnet, obwohl seine Maschinen in der Pionierzeit der Kinetik entstanden. In diesem Dilemma setzen spezialisierte Institutionen wichtige Zeichen: Das Museum im Lagerhaus feiert gemeinsam mit der Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut sein 25-jähriges Bestehen mit einer breit angelegten Ausstellung. Klassiker wie Hans Krüsi, Adolf Wölfli oder der auch der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Adolf Dietrich stehen neben weitgehend Unbekannten wie dem Bauernmaler Jakob Schweizer-Bösch oder der aus Kamerun stammenden Zeichnerin Pauline Ingold. Die heterogenen Positionen eint der unbedingte Wille zum Ausdruck und dessen kompromisslose Umsetzung.

Bis: 07.07.2013



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Ausgabe 6  2013
Ausstellungen Naive Schweiz - Suisse Brut [26.03.13-07.07.13]
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Institutionen Museum im Lagerhaus [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
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