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7/8.2013




Köln : Andrea Fraser


von: Sabine Elsa Müller

  
Andrea Fraser · May I Help You, 21.4.2013 im Museum Ludwig. Foto Rheinisches Bildarchiv


1989 macht die junge Amerikanerin Andrea Fraser (*1965 in Billings, Montana) mit ihrer Aktion ‹Museums Highlights: Gallery Talk› im Philadelphia Museum of Art auf sich aufmerksam. Als ‹Jane Castleton› legt sie in einer grotesken ‹Führung› die Mechanismen des Kunstbetriebs bloss. Dies war der Beginn einer Karriere, die Institutionskritik immer mit Reflexion des eigenen Selbstverständnisses als Künstlerin verband und die eigene Person schonungslos der Konfrontation mit dem Publikum aussetzt - von den frühen Rollenspielen als Museums- oder Galerieangestellte bis zu Selbstentblössungen wie in ‹Official Welcome›,­ 2003, bei der sie sich im Verlauf eines aus offiziellen Eröffnungsreden zusammengestückelten Vortrags sukzessive entkleidet: Die Huldigungen lassen die Künstlerin am Ende nackt dastehen. Viel diskutiert wurde ihr Schäferstündchen mit einem Sammler, das sie aufzeichnen liess und in den Handel gab, ‹O.T.›, 2003. In der ihr anlässlich des Wolfgang-Hahn-Preises ausgerichteten Ausstellung wird auch der im Preisgeld von 100000 € inbegriffene Ankauf ‹Kunst muss hängen› von 2001 gezeigt, in der sie eine Eröffnungsrede von Martin Kippenberger nachspielt - als so komische wie berührende Persiflage männlicher Selbstinszenierung. Die aktuelle Performancekunst bis hin zu Tino Seghal hat ihr viel zu verdanken.

Bis: 21.07.2013



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Ausgabe 7/8  2013
Ausstellungen Phil Collins, Andrea Fraser [18.04.13-21.07.13]
Institutionen Museum Ludwig Köln [Köln/Deutschland]
Autor/in Sabine Elsa Müller
Künstler/in Andrea Fraser
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