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7/8.2013




Paris : Uriel Orlow


  
Uriel Orlow ·The Props (Les accessoires), 2013, Flasche, Olivenöl. Foto: Marc Domage


Die eigene Geschichte des Nahen Ostens beschäftigt Künstler wie Akram Zaatari - überzeugend sein Beitrag für den Libanon auf der Venedig-Biennale - oder Ahlam Shibli, derzeit im Jeu de Paume. Der in London lebende Uriel Orlow (*1973, Zürich) befasst sich aus analytischem Abstand mit den Bedingungen von Geschichte. Welche Rolle spielen Repräsentation, auch Selbstdarstellung? Das Projekt ‹The Unmade Film›, das auch bei Les Complices in Zürich zu sehen war, antwortet: durch Fragmente. Film, Dia- und Ton-Stücke, aus denen wir die Vorbereitungen für einen Film ableiten können, entwickelt Orlow durch die Säle des Zentrums, als Elemente einer Orchestereinspielung oder Performance, schliesslich als zerstückeltes Textdokument, das mit Fetzen wie «depression» oder «nightmares» die Stimmung benennt, die sich entfaltet. Statt Geschichte abzubilden, wird die Schau selbst Symptom der Krankheit am Erinnern und Darstellen. Dass es um Israels Auslöschung der Palästinenser, namentlich um das 1948 zerstörte Dorf Deir Yassim als Fundament des zionistischen Staates Israel geht, erschliesst sich erst voll im Katalog. Auch er keine Medizin, auch er Symptom im Sinne von Jacques Lacan, eine ‹Rückkehr der Wahrheit in den Verwerfungen des Wissens›. Dass sich das Publikum in diesen bisweilen verloren fühlt, ist Teil der Arbeit.

Bis: 14.07.2013



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Ausgabe 7/8  2013
Ausstellungen Uriel Orlow [03.05.13-14.07.13]
Institutionen Centre Culturel Suisse [Paris/Frankreich]
Künstler/in Uriel Orlow
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