Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
7/8.2013




Zürich : David Reed


von: Markus Stegmann

  
David Reed · Recent Paintings, 2013, Installa­tionsansicht ©ProLitteris. Foto: B. Gerny


Was erzählt ein Pinselstrich? Das ist die einfache und zugleich ziemlich komplizierte Frage, die man sich beim Betrachten der Arbeit von David Reed (*1946, San Diego) stellt. Seit er 1975 für eine Gruppenausstellung in New York aus ganz pragmatischen Gründen etwas ‹Einfaches› machen wollte und sich daher für ein paar Pinselstriche auf Leinwand entschied, hat er konsequent dieses Thema verfolgt. Die rinnende Farbe, die er auf diesem Bild beobachtete, hatte ihn unerwartet gepackt. Inzwischen zählt Reed zu den international wichtigsten Vertretern gegenstandsloser Malerei. Grosse Einzelausstellungen in bedeutenden Museen belegen dies. Dennoch stellt sich die Frage, wie ergiebig die Erkundung des Pinselstrichs auf Dauer ist, welche Wahrnehmungsbereiche sich erschliessen lassen, welche Vorstellungen ausgelöst werden, aber auch welche Abgründe lauern. Die aktuellen Bilder David Reeds geben eine sibyllinische Antwort: Die vorherrschenden Pinselstriche gleichen luftigen, schaumstoffartigen Hüllen, schlagen den Bogen ins digitale Labyrinth, schlängeln wie die Haare der Gorgonen und scheinen doch aus Zuckerwatte. Ihre bukolische Künstlichkeit verführt, balanciert jedoch auf einem schmalen Grat zwischen Zauber und Zucker.

Bis: 17.08.2013



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 7/8  2013
Ausstellungen David Reed [07.06.13-17.08.13]
Video Video
Institutionen Häusler Contemporary Zürich [Zürich/Schweiz]
Autor/in Markus Stegmann
Künstler/in David Reed
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=130703120002NVW-44
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.