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9.2013




Balsthal : Michael Medici


von: Alice Henkes

  
Michael Medici · Der Künstler in der Metrostation Les Gobelins. Thomas Schori


Die Pariser Metro, wie Michael Medici (*1965) sie sieht, das ist nicht das Postkartenmotiv der schmiedeeisernen Eingangstore und auch nicht die Betriebsamkeit während der Rushhour. Der gebürtige Solothurner zeigt in seiner kleinformatigen Gemäldeserie leere Gewölbe, dunkle Tunnelschächte, Überwachungskameras, Automatiktüren und Gleise, die sich wie blaue Flüsse durch diese unwirtlichen Räume ziehen. In den ruhigen Stunden am frühen Nachmittag hat Medici sich mit Staffelei und Pinsel in wechselnden Metro-Stationen installiert. Ein Pleinair-Maler unter Tage, der die Unorte der modernen Unrast in expressive Höhlenmalereien verwandelt. Menschen erscheinen selten in diesen Bildern und wenn, dann nur als Schatten. Die Räume selbst sind es, die ihn interessieren und deren kalte, unwohnliche Stimmung er in kräftigen Farben und nervösen Gesten einfängt. In der abstrahierten Darstellung werden die Ansichten zu einer Reflexion über urbane Unorte im Allgemeinen. Von intensiven Farben und einer vibrierenden Intensität leben auch die grossformatigeren Bilder, die Medici in Auseinandersetzung mit Monets Seerosen schuf. Dabei interessieren ihn vor allem die Blätter, die er mal in glühenden Farben, mal als schwebende Formen, in luftigem Duktus oder tiefer Tonalität malt.

Bis: 15.09.2013



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Ausgabe 9  2013
Ausstellungen Michael Medici [25.08.13-15.09.13]
Institutionen Galerie Rössli [Balsthal/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Michael Medici
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